Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 02.07.2018


Arbeitsmarkt

Arbeitslose: Tirol vor Rekordtief

Tirol steuert heuer laut AMS auf eine Arbeitslosenquote von 4,9 % zu. Das wäre die niedrigste Arbeitslosigkeit seit mindestens 20 Jahren.

© APA/HERBERT NEUBAUERSymbolbild.



Innsbruck – Seit Ende 2016 sinkt die Arbeitslosigkeit in Tirol nach dem Krisen-Hoch kontinuierlich, heuer ist der Rückgang bisher besonders deutlich. Nun revidiert das AMS Tirol seine Prognosen für das laufende Jahr nach unten. Im Jänner hatte das AMS für heuer im Jahresschnitt noch eine Arbeitslosenquote von 5,4 Prozent prognostiziert. „Jetzt gehen wir davon aus, dass die Arbeitslosenquote in Tirol Ende des Jahres um 0,5 bis 0,6 Prozentpunkte geringer ausfällt und bei rund 4,9 Prozent zu liegen kommt, sofern sich an den substanziellen Rahmenbedingungen nichts ändert“, erklärt Tirols AMS-Chef Anton Kern. Die Beschäftigung in Tirol werde im Jahresschnitt um 2,5 % oder rund 8300 Beschäftigungsverhältnisse auf rund 339.000 Beschäftigte zulegen, die Zahl der registrierten Arbeitslosen um 14,3 % (2900 Personen) auf durchschnittlich rund 17.400 Personen sinken.

Eine Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent würde die niedrigste Arbeitslosigkeit seit mindestens 20 Jahren bedeuten. 1998 verzeichnete Tirol im Jahresschnitt eine Arbeitslosigkeit von 6,3 %, die im Jahr 2000 schon einmal auf 4,9 % sank und sich bis zum Ausbruch der Krise im Jahr 2008 zwischen 5,1 % und 5,8 % einpendelte – mal hinauf, dann wieder runter. Bis 2015 stieg die Arbeitslosenquote in Tirol auf 7,0 Prozent, um seither wieder zu sinken und Ende 2018 voraussichtlich ein neues Rekordtief zu erreichen.

Die Arbeitslosigkeit sinke laut AMS in allen Branchen, profitieren würden nicht nur jüngere Personen bis 25 Jahre und Personen im Haupt­erwerbsalter, sondern auch Ältere ab 50 Jahren. Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen gehe zurück, so Kern. Aktuell seien auch die Chancen für Personen gut, die es schwerer haben, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen – etwa für Ältere mit Einschränkungen, Personen mit sprachlichen Problemen oder nicht mehr aktuellem Ausbildungsstand. Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte hätten es aber immer noch deutlich schwerer, einen Job zu finden. (mas)