Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 08.11.2018


Bezirk Kitzbühel

Die Lehre steigt wieder in der Beliebtheit

Die Jugendlichen im Bezirk Kitzbühel zieht es wieder mehr in die Lehre. Die Ausbildungsform freut sich über steigende Zahlen.

© AngererDie Bezirksstelle Kitzbühel der Wirtschaftskammer hat am Dienstagabend die erfolgreichen Teilnehmer des Landeslehrlingswettbewerbs geehrt, darunter auch die 16 Landessieger.Foto: Angerer



Von Harald Angerer

Kitzbühel – Die Wirtschaft im Bezirk Kitzbühel ist im Aufschwung, dabei wird sie aber von einem steigenden Facharbeitermangel gebremst. Das beginnt schon bei den Lehrlingen, denn auch hier herrscht im Bezirk Mangel. Doch es scheint nun Licht am Ende des Tunnels zu geben. Das berichtet Kitzbühels Wirtschaftskammer-Obmann Klaus Lackner im Rahmen der Abschlussfeier des Landeslehrlingswettbewerbs im K3 KitzKongress.

Hatte früher etwa gut die Hälfte der Jugendlichen die Lehre als Ausbildungsweg gewählt, waren es zuletzt nur noch gut 40 Prozent. „Der Anteil der Jugendlichen, die eine Lehre machen, ist wieder im Steigen“, freut sich Lackner. So liegt die Zahl nun wieder bei 44 bis 45 Prozent, Tendenz steigend. Und auch bei der absoluten Zahl der Lehrlinge gibt es wieder eine Steigerung, denn „auch bei den geburtenschwachen Jahrgängen ist die Talsohle durchschritten“, weiß der Kammerobmann.

Zurückzuführen sei der Trend auf mehrere Faktoren. „Wir sind seit Jahren bemüht, die Lehre wieder zu stärken, mit vielen verschiedenen Maßnahmen“, betont Lackner. Er führt unter anderem die Lehre mit Matura an, aber auch die verstärkte Berufs­orientierung in den Schulen. Sehr positiv ist für Lackner, dass es auch bei den Eltern wieder ein Umdenken gebe. „Die Lehre wird wieder mehr als gute Ausbildung wahrgenommen“, sagt Lackner.

Derzeit machen 1031 Jugendliche im Bezirk Kitzbühel eine Lehre in nicht weniger als 410 Betrieben. Den Jugendlichen stünden über 80 Lehrberufe zur Auswahl. Dennoch ist die beliebteste Sparte im Bezirk Kitzbühel das Gewerbe, gefolgt vom Handel und vom Tourismus.

Hier gibt es auch den größten Bedarf an Lehrlingen. „Im Tourismus haben wir die meisten Betriebe, die einen Lehrling suchen und nur schwer einen finden“, schildert Lackner. Aber es gibt auch Gewerbebetriebe, die sehr mit Nachwuchssorgen zu kämpfen haben. „So sind zum Beispiel die fleischverarbeitenden Betriebe in den vergangenen Jahren im Bezirk weniger geworden, trotzdem ist der Bedarf an Lehrlingen nicht zu decken“, sagt Lackner. Hier seien aber sehr gute Berufschancen gegeben. Auch im Bereich der Schuster seien Lehrlinge kaum zu finden.

Noch immer sei auch das klassische Geschlechterdenken vorhanden. „Es ist nach wie vor sehr schwierig, Mädchen für handwerkliche Berufe zu begeistern“, schildert Lackner. Lediglich bei den Malern sei hier eine Veränderung zu spüren.

Dass die Ausbildung in den Lehrbetrieben des Bezirks sehr gut ist, zeigt auch das Ergebnis des Landeslehrlingswettbewerbs „TyrolSkills“. So wurden am Dienstagabend 57 Preisträger ausgezeichnet, davon 16 Landessieger und sogar zwei zweifache Landessieger.