Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 15.01.2019


Österreich

Gegen den Trend: Weniger Chefinnen in Börsefirmen

Nur in sieben von 58 börsenotierten Unternehmen findet sich überhaupt ein weibliches Vorstandsmitglied. Nur ein Unternehmen, die Vienna Insurance Group (VIG), hat mehr als eine Frau in der Chefetage — nämlich drei.

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Wien – Der Frauenanteil in den Vorstandsetagen heimischer börsenotierter Unternehmen hat sich im Vorjahr gegen den Trend entwickelt und ist von 6,0 auf 4,8 Prozent zurückgegangen. Von 186 Vorständen sind nur neun Frauen, zwei weniger als vor einem Jahr.

Nur in sieben von 58 börsenotierten Unternehmen findet sich überhaupt ein weibliches Vorstandsmitglied. Nur ein Unternehmen, die Vienna Insurance Group (VIG), hat mehr als eine Frau in der Chefetage – nämlich drei. Drei der neun Frauen in den Vorstandsetagen leiten das Unternehmen auch: Herta Stockbauer bei der BKS Bank, Karin Trimmel beim Kräuterlikörhersteller Gurktaler und Elisabeth Stadler bei der VIG. Fünf Frauen stehen dem Finanzressort vor.

In Österreich zeige sich mit dem rückläufigen Frauenanteil eine entgegengesetzte Entwicklung zu Deutschland, wo der Frauenanteil in Vorständen börsennotierter Unternehmen erneut angestiegen sei, von 7,3 auf 8,6 Prozent, so die Wirtschaftsprüfer anlässlich der Veröffentlichung des aktuellen „EY Mixed Leadership Barometers“.

„In Österreich gibt es weiterhin keine Fortschritte auf dem Weg zu einem ausgewogenen Verhältnis von Frauen und Männern in den Chefetagen“, kommentiert Helen Pelzmann, Partnerin und Verantwortliche für die Initiative „Women. Fast Forward“ bei EY Österreich die Ergebnisse.

Seitdem mit 1. Jänner die gesetzliche Frauenquote in Aufsichtsräten (30 Prozent) in Kraft getreten ist, stieg hingegen der Frauenanteil in den Kontrollgremien der WBI-Unternehmen von 18,8 auf 23,2 Prozent. (APA)