Letztes Update am Do, 02.05.2019 13:38

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Arbeitsmarkt

Tirol verzeichnet niedrigste Arbeitslosenqoute in Österreich

Die Arbeitslosigkeit in Tirol sinkt deutlich stärker als in den anderen Bundesländern, das Beschäftigungswachstum bleibt stabil. Deutliche Rückgänge gab es vor allem bei jüngeren und Langzeitarbeitslosen.

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© thomas boehm(Symbolfoto)



Wien, Innsbruck – Bei einem prognostizierten Stand von 328.000 unselbständig Beschäftigten, das ist ein Plus von 7000 Personen im Vorjahresvergleich, und 20.497 vorgemerkten Arbeitslosen betrug zum Stichtag 30.April die Arbeitslosenquote in Tirol 5,9 Prozent (April 2018: 6,8 Prozent) nach nationaler Berechnung.

Im April 2019 gab es mit minus 2932 oder minus 12,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat den Rückgang an vorgemerkten arbeitslosen Personen im Bundesländervergleich. Nach Bezirken betrachtet ist der Rückgang an Arbeitslosen in den Bezirken Imst mit 24 Prozent, Landeck mit 17,7 Prozent und Innsbruck mit 14,9 Prozent besonders stark ausgefallen. Gleichzeitig ging in Österreich die Arbeitslosigkeit um 12.584 Personen oder minus 4,1 Prozent auf insgesamt 296.275 zurück. In Schulung befanden sich zudem 64.927 Personen.

Zeitfenster nutzen

Eine vergleichbar niedere Quote gab es laut Arbeitsmarktservice Tirol (AMS) mit 5,8 Prozent zuletzt im Jahr 2000. „Wir nutzen dieses Zeitfenster und vermitteln aktiv“, betont AMS-Landesgeschäftsführer Anton Kern. Speziell bei Älteren und länger Vorgemerkten würden die Förderungen und Angebote des AMS zur nachhaltigen Integration in den Arbeitsmarkt aktuell sehr gut greifen. Positiv sei auch nach wie vor auch die Lehrstellensituation für junge Arbeitsuchende. „Wir haben auch hier mehr – und auch unterschiedliche – Lehrstellen zur Vermittlung gemeldet und laden alle, die noch keine Lehrstelle haben, ein, schnell einen Termin bei der Jugendberatung im AMS auszumachen“, so Kern

Starker Standort, weniger Arbeitslose

Tirol laut dem EU-Statistikamt Eurostat im Jahr 2018 mit einer Erwerbslosenquote von 2,4 Prozent vor Salzburg (2,8 Prozent) und Oberösterreich (3,2 Prozent) die niedrigste Erwerbslosenquote Österreichs aus. Tirols Wirtschaftsmotor brummt und die Arbeitslosenquote sei wiederum drastisch zurückgegangen. „Das zeigt einmal mehr, dass die Wirtschaftspolitik des Landes Tirol in die richtige Richtung geht und unsere Maßnahmen auch weiterhin greifen“, meint Landeshauptmann Günther Platter.

„Die Masse der Arbeitsplätze schaffen unsere Unternehmerinnen und Unternehmer mit ihren Betrieben“, betont Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf. Die Rechnung sei einfach: Ein starker Standort Tirol bedeute im Umkehrschluss auch eine niedrige Arbeitslosenquote, und daran wollen man auch weiter festhalten.

Weniger Schulungen

Während die Zahl der Arbeitslosen österreichweit um 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gesunken ist, nahmen die Schulungen um 14,1 Prozent ab, geht aus Daten des AMS hervor. Bei den Schulungen gab es vor allem bei Ausländern einen starken Rückgang um ein Fünftel, während die Schulungen für Inländer um knapp zehn Prozent fielen. Nimmt man Arbeitslose und Schulungsteilnehmer zusammen, so ging die Zahl der Beschäftigungslosen um 6,1 Prozent zurück.

Der Rückgang der Arbeitssuchenden war bei Männern wesentlich stärker als bei Frauen. Ende April standen 187.509 arbeitssuchenden Männern 173.693 arbeitssuchende Frauen gegenüber.Bei ausländischen Arbeitskräfte war allerdings ein Anstieg um 1,7 Prozent zu verzeichnen. Auch ältere Menschen konnten von der derzeit positiven Situation nicht profitieren, hier gab es einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 0,6 Prozent, während die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen um 8,2 Prozent sank.

Auch Akademiker verzeichneten einen Anstieg der Arbeitslosigkeit, während alle anderen Ausbildungsgruppen Rückgänge verbuchten. Behindertenfreundlicher wurde Österreich auch nicht: Im Gegensatz zur allgemeine Entspannung der Lage kam es bei Personen mit Behinderung und bei Personen mit sonstigen gesundheitlichen Einschränkungen zu einem Anstieg der Arbeitslosenrate. Dafür gab es weniger Langzeitarbeitslose als im April des Vorjahres.

Platz 12 im EU-Ranking

Den rund 360.000 Menschen auf Jobsuche standen 80.000 sofort verfügbare Stellen gegenüber, um 13 Prozent mehr als vor einem Jahr. 5.400 aktuell eine Lehrstelle Suchenden standen 6.000 sofort verfügbare Stellen gegenüber. Nach EU-Berechnung betrug die Arbeitslosenrate 4,8 Prozent, das ist zwar besser als der EU-Schnitt von 6,4 Prozent, bedeutet aber nur Rang 12 in der Union, wobei da nur März-Zahlen verfügbar sind. (TT.com)

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