Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 11.05.2019


Bezirk Kitzbühel

Zu Besuch im Betrieb: Ministerin will Lehrausbildung stärken

Margarete Schramböck war gestern auf Stippvisite bei Dämmstoffspezialist Steinbacher in Erpfendorf.

Ministerin Margarete Schramböck bei der Firma Steinbacher im Gespräch mit den Lehrlingen Johanna Hammer und Thomas Köck.

© Michael MaderMinisterin Margarete Schramböck bei der Firma Steinbacher im Gespräch mit den Lehrlingen Johanna Hammer und Thomas Köck.



Kirchdorf i. T. – Ministerin Margarete Schramböck war gestern auf Stippvisite bei Dämmstoffspezialist Steinbacher in Erpfendorf. Die beiden Geschäftsführer Ute Steinbacher und Roland Hebbel führten Schramböck durch das neue Dienstleistungszentrum und die Produktion. Ein Hauptaugenmerk der Ministerin galt dabei den Lehrlingen: „Wir haben im Ministerrat jetzt das neue Lehrlingspaket behandelt. Alle 200 Lehrberufe sollen bis Ende des Jahres überarbeitet werden. Wichtig dabei sind mir die digitalen Inhalte. Zudem soll jeder Lehrberuf alle fünf Jahre neu angepasst werden.“ Das Paket sehe aber auch neue Lehrberufe wie etwa den Fahrrad-Mechatroniker vor, der sich u. a. mit E-Bikes beschäftige, oder den Nah- und Distributionslogistiker. Alleine die Post werde über 200 Lehrlinge einstellen. Anfang nächsten Jahres gebe es einen ganz neuen Lehrberuf für Künstliche Intelligenz.

„Da gibt es ganz viel Nachfrage in den Unternehmen. Ideal ist dieser Lehrberuf nach der AHS-Matura“, meinte Schramböck, die sich begeistert zeigte von dieser Art der Ausbildung.

Im Gespräch mit den Lehrlingen Johanna Hammer und Thomas Köck freute sich Schramböck, dass es auch bei der Firma Steinbacher engagierte Lehrlinge gibt. So wird Thomas Köck nach seiner Ausbildung zum Metalltechniker auch noch die Zusatzausbildung zum Automatisierungstechniker absolvieren und erntete für seine Freiwilligkeit großes Lob von Firmenchefin Steinbacher.

Johanna Hammer hat bereits die AHS-Matura abgeschlossen und ist nun im zweiten Lehrjahr als Kunststofftechnikerin. Ein Beruf, der von der Firma Steinbacher ins Leben gerufen worden ist.

„Ich habe ein großes Interesse, in einem Team mitzuarbeiten, Berufserfahrung zu sammeln und Selbstständigkeit zu erfahren. Man ist kein Einzelkämpfer mehr, wie in der Schule“, erklärt die 20-jährige Johanna ihre Beweggründe für eine Lehre. Danach will sie studieren. „Irgendetwas in eine technische Richtung“, sagt sie. Schramböck möchte sie zu einer Konferenz nach Wien einladen – als Matura-Lehre-Paradebeispiel. (mm)