Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 20.07.2019


Arbeitsmarkt

ÖGB-Jugendvorsitzender: „Praktikanten keine Hilfsarbeiter“

Der Tiroler ÖGB fordert, dass sich die Bezahlung von Praktika an der Lehrlingsentschädigung orientieren solle.

© Getty Images/iStockphotoDer Tiroler ÖGB fordert, dass sich die Bezahlung von Praktika an der Lehrlingsentschädigung orientieren solle.



Faire Regeln, was die Bezahlung von Praktika anbelangt als auch die Art der tatsächlichen Arbeit, fordert Tirols ÖGB-Jugendvorsitzender Thomas Spiegl in einer Aussendung. Es sei nicht akzeptabel, dass viele Jugendliche zu Hilfsarbeiten eingeteilt würden, anstatt berufsspezifische Tätigkeiten und Kenntnisse vermittelt zu bekommen.

Er fordert, dass sich die Bezahlung bei Praktika an der Lehrlingsentschädigung orientieren solle. Spiegl beruft sich auf eine von der Gewerkschaft GPA-djp und der AK Wien im Jahr 2018 veröffentlichte Studie, wonach die Bedingungen für PraktikantInnen nicht die besten sind. „Ein Drittel der Befragten bekam keinen schriftlichen Arbeitsvertrag, knapp die Hälfte musste das Praktikum in einem Bereich machen, der nichts mit der beruflichen Ausbildung zu tun hatte. Weitere 10 Prozent bekamen bei ihrem letzten Praktikum überhaupt kein Geld, 10 Prozent wurden mit einem Taschengeld abgespeist", so Spiegl. Für Pflichtpraktika fordert Spiegl daher verbindliche Ausbildungsinhalte und klare Rahmenbedingungen.

Die Arbeiterkammer rät, sich vor Antreten eines Pflichtpraktikums zu informieren, ob im Kollektivvertrag die Höhe der Bezahlung geregelt ist. Andernfalls solle man sich bereits im Vorfeld beim Arbeitgeber über die Entlohnung informieren.

Zudem sei es wichtig, Arbeitszeiten abzuklären und ob man bei einer Sozialversicherung angemeldet ist, um etwa bei einem Arbeitsunfall abgesichert zu sein. (TT)