Letztes Update am So, 28.07.2019 23:15

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


AMS

Fast die Hälfte der Flüchtlinge von 2015 hat inzwischen einen Job

AMS-Chef Kopf betonte in der ZiB am Sonntag, dass Flüchtlinge den Österreichern keine Jobs wegnehmen würden. Sie kämen in der Regel nur in „Einstiegsbranchen“ zum Einsatz.

Flüchtlinge im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen im Jahr 2015.

© APA/HERBERT NEUBAUERFlüchtlinge im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen im Jahr 2015.



Wien – Von den 2015 nach Österreich gekommenen Flüchtlingen, die berechtigt sind in Österreich zu arbeiten, haben 44 Prozent inzwischen einen Job, berichtet die Zeit im Bild am Sonntag. AMS-Chef Johannes Kopf sagte in der Sendung, er sei zuversichtlich, dass bis 2020, also fünf Jahre nach ihrer Ankunft in Österreich, die Hälfte Arbeit gefunden haben wird.

Andererseits sind neun Prozent aller Arbeitslosen in Österreich Flüchtlinge (29.561). Flüchtlinge nehmen aber nicht den Österreichern den Job weg, sagte Kopf. Denn sie kommen in der Regel nur in „Einstiegsbranchen“, etwa der Landwirtschaft oder in Bauhilfsberufen zum Einsatz. Am Bau tun sie sich oft schwer, weil sie von Zuwanderern aus der EU verdrängt werden. Österreich habe in den vergangenen zehn Jahren 400.000 Menschen aus der EU aufgenommen, erinnerte Kopf.

Grundsätzlich wäre es gut, wenn Flüchtlinge – wie auch arbeitslose Österreicher – verstärkt im Westen nach Arbeit suchen würden, wo es eine viel niedrigere Arbeitslosigkeit gibt, sagte Kopf. Viele Flüchtlinge finden aber über ihre Landsleute Arbeit und Wohnung, das sei wiederum in Wien einfacher. Dass die Zahl der Arbeitssuchenden Syrer stärker zurückgeht als die der Afghanen habe damit zu tun, dass letztere im Schnitt später nach Österreich gekommen sind und auch erst jetzt nach Abschluss ihrer Asylverfahren Arbeit suchen dürfen.

Die ZiB legte auch vorläufige Schätzungen vor, wonach je nach Region zwischen einem Viertel und einem Drittel jener Menschen, die an der Aktion 20.000 teilgenommen haben, anschließend in eine dauerhafte Beschäftigung übernommen worden seien. Kopf sagte, sollte ein Drittel einen Job gefunden haben, wäre das zwar ein Erfolg für die Arbeitslosenversicherung, für die Öffentlichkeit sei es aber nur dann ein Erfolg, wenn die neuen Arbeitsplätze „am ersten Arbeitsmarkt“, also im nicht von der öffentlichen Hand geförderten Bereich liegen. Darum bemühe sich das AMS, Zahlen dazu werde es aber erst im Herbst geben. (APA)