Letztes Update am Mi, 28.08.2019 13:06

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Forum Alpbach

Arbeiterkammer drängt auf Erhöhung des AMS-Budgets

Die AK-Präsidentin Renate Anderl verlange wegen sinkenden Wirtschaftswachstums und voraussichtlich steigenden Arbeitslosenzahlen eine Erhöhung. Auch ein Kollektivvertraglicher Mindestlohn von 1700 Euro soll „so rasch wie möglich“ umgesetzt werden.

AK-Präsidentin Renate Anderl.

© APAAK-Präsidentin Renate Anderl.



Wien, Alpbach – Die Arbeiterkammer fordert noch von der aktuellen Übergangsregierung eine Erhöhung des AMS-Budgets für das Jahr 2020. Eine Abkühlung der Konjunktur und womöglich steigende Arbeitslosenzahlen würden dies notwendig machen, sagte AK-Präsidentin Renate Anderl im Gespräch mit der APA am Rande des Forum Alpbach.

Die ehemalige ÖVP-FPÖ-Regierung hatte das AMS-Förderbudget 2019 angesichts von sinkenden Arbeitslosenzahlen auf 1,25 Milliarden Euro gekürzt. 2018 standen dem Arbeitsmarktservice (AMS) noch 1,4 Milliarden Euro für die aktive Arbeitsmarktpolitik zur Verfügung.

„Genug Arbeit im Land“

Anderl drängt auch auf eine Umverteilung der Arbeitszeit. „Wir haben genug Arbeit im Land, sie ist aber nicht gerecht verteilt.“ Im vergangenen Jahr wurden laut AK rund 43 Mio. Mehr- und Überstunden nicht bezahlt oder mit Zeitausgleich abgegolten. Diese Überstunden seien umgerechnet 25.000 Vollzeitstellen.

Die AK-Präsidentin rechnet damit, dass bald in allen Branchen ein Mindest-Kollektivvertrag von 1.500 Euro brutto/Vollzeit erreicht sein wird. Derzeit würden noch rund drei Prozent aller Beschäftigten einen niedrigeren KV haben. Die Sozialpartner hatten sich Mitte 2017 auf einen kollektivvertraglichen Mindestlohn von 1.500 Euro brutto bis zum Jahr 2020 geeinigt. Anderl wünscht sich, dass 1.700 Euro brutto für alle „so rasch wie möglich“ erreicht sind. (APA)