Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 29.08.2019


Fachkräftemangel

Tirol wirbt um Fachkräfte aus dem Ausland

4000 Arbeitskräfte fehlen. Der „Welcome Service“ soll Arbeitskräften und ihren Familien bei Umzug und Integration helfen.

Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (ÖVP)

© Thomas Boehm / TTLandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (ÖVP)



Innsbruck – Aktuell fehlen in Tirol rund 4000 Arbeitskräfte, im Jahr 2030 werden es laut derzeitigen Prognosen bereits 10.000 sein. Mit dem neu gegründeten „Welcome Service Tirol“ sollen deshalb heimische Unternehmen und Hochschulen dabei unterstützt werden, neu angeworbene Fachkräfte bestmöglich in Tirol zu integrieren, sagte Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (ÖVP) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.

„In erster Linie wollen wir den Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften mit heimischen Arbeitnehmern decken, das allein genügt aber nicht, wir brauchen auch Zuzug aus dem Ausland“, erklärte die Wirtschaftslandesrätin. Die Initiative ist eine Kooperation des Landes Tirol, der Wirtschaftskammer, der Industriellenvereinigung und der Tiroler Hochschulkonferenz.

Der Start des „Welcome Service“ erfolgt am 1. September. Zunächst soll die Initiative bis zum 31. August 2022 laufen, danach soll evaluiert werden, sagte die Landesrätin. Gefördert wird das Projekt mit 360.000 Euro. Das Land Tirol übernimmt davon die Hälfte, die drei weiteren Projektpartner teilen sich die zweite Hälfte zu je einem Drittel.

Die Zielgruppe des „Welcome Service“ sind qualifizierte Fachkräfte, die eine neue Stelle in einem Unternehmen oder an einer Hochschule antreten und damit ihren Lebensmittelpunkt nach Tirol verlegen. Sie bekommen Hilfe bei der Wohnungssuche, bei Behörden- oder Arztgängen, werden bei der Suche nach Schulen oder Kinderbetreuung unterstützt und auch die Partnerin oder der Partner werden beim eigenen beruflichen Neuanfang in Tirol beraten.

„Wir erwarten uns, dass der Arbeitsplatz Tirol damit seine Attraktivität international gut vermarktet und die Kinder und Partner der Fachkräfte ebenfalls Interesse am Lebensraum Tirol finden“, betonte Christoph Walser, Präsident der Tiroler Wirtschaftskammer.

Auch Lehrstellen bleiben in Tirol im Vergleich zu anderen Bundesländern öfter unbesetzt. Auf einen Bewerber oder eine Bewerberin kamen heuer im Juli in Oberösterreich 1,4 offene Lehrstellen; in Salzburg und Tirol waren nach Daten des Sozialministeriums im Hochsommer zweimal so viele Lehrstellen offen wie Lehrstellensuchende gemeldet. Österreichweit stehen aktuell 8812 sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden 5852 gemeldete Stellen gegenüber. (APA, TT)