Letztes Update am Fr, 06.09.2019 12:25

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Arbeitsmarkt

„Arbeit für Unqualifizierte verschwindet schneller als unqualifizierte Menschen“

Die Herausforderungen würden durch die Automatisierung, Globalisierung, Digitalisierung und Ökologisierung immer größer werden.

(Symbolfoto)

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Wien – AMS-Chef Johannes Kopf warnt einmal mehr davor, dass wenig qualifizierte Personen immer schwerer einen Job finden. So liegt die Arbeitslosenrate hierzulande bei Personen mit Pflichtschulabschluss bei 11,4 Prozent, bei Lehre/Matura bei 4,2 Prozent und bei Akademikern bei 3,2 Prozent. Diese Entwicklung ziehe sich durch ganz Europa. So ist in Schweden jeder fünfte Pflichtschulabsolvent arbeitslos.

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„Die Arbeit für Unqualifizierte verschwindet schneller als die Menschen ohne besondere Qualifikationen“, so Kopf, der für die nächsten zwei Jahre auch Vorstand der europäischen Arbeitsämter-Vereinigung („PES Network“) ist. Und die Herausforderungen würden durch die Automatisierung, Globalisierung, Digitalisierung und Ökologisierung mehr. Für einen Lagerarbeiter reiche es längst nicht mehr, nur kräftig zu sein.

Europa stehe hier vor einer „gewaltigen Herausforderung, so Kopf am Freitag im Gespräch mit der APA. Denn obwohl die Zahl der schlecht Ausgebildeten rückläufig ist, lag ihre Arbeitslosenquote in der EU im Vorjahr höher als im Jahr 2005. Europaweit liege die Arbeitslosenquote bei Pflichtschulabsolventen bei 13,2 Prozent, bei Akademikern hingegen nur bei 4,1 Prozent, geht aus dem aktuellen „Labour Market Bulletin“ der PES-Network hervor.

Der Konjunktur folgende

Besonders weit geht die Schere in Tschechien und der Slowakei auseinander. An Deutschland wiederum fällt auf, dass die Arbeitslosenquote der schlecht Qualifizierten stetig sinkt, während es in Österreich ein Auf und Ab – der Konjunktur folgend – gab. In Italien wiederum stieg die Zahl der arbeitslosen Pflichtschulabsolventen deutlich.

In den Ländern, die von der Finanzkrise nach der Lehman-Pleite besonders betroffen waren – Griechenland, Spanien und Portugal – lief es aber auch für Akademiker schlecht. In Griechenland war zum Höhepunkt der Krise jeder fünfte Uni-Absolvent ohne Job. Für einige osteuropäische Länder wird die Abwanderung der Jungen ins Ausland zum Problem. In Rumänien ging das Arbeitskräfteangebot bei Personen bis 34 Jahre seit dem Jahr 2005 um 27 Prozent zurück, in Bulgarien waren es 19 Prozent. (APA)

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