Letztes Update am Mo, 30.09.2019 16:41

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Arbeitsmarkt

Umfrage: Know-how älterer Mitarbeiter bei Führungskräften geschätzt

In acht von zehn Unternehmen wird das Wissen älterer Mitarbeiter anerkannt. Ein Drittel der Betriebe setzt laut dem Hernstein Management Report Maßnahmen zur Weitergabe der Erfahrung,

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Wien – In acht von zehn Betrieben wird das Wissen älterer Kollegen als Wert anerkannt, wie aus dem aktuellen Hernstein Management Report hervorgeht, der auf einer Online-Umfrage unter 1.530 Führungskräften ind Deutschland (944) und Österreich (586) basiert.33 Prozent der befragten Führungskräfte schätzen das Know-how und die Erfahrung älterer Mitarbeiter in ihrem Unternehmen „sehr“. Weitere 48 Prozent geben an, dass dies „eher“ der Fall sei.

Stärker ist die Zustimmung von Chefs mit langer Führungserfahrung – 20 Jahren oder mehr –, die also selbst schon oft zur Gruppe der älteren Mitarbeiter gehören: Hier finden 43 Prozent, dass das Know-how sehr geschätzt werde.„Unternehmen wissen, wie wertvoll die jahrzehntelange Erfahrung ihrer Mitarbeitenden ist, es ist eine Art immaterielles Vermögen, das es für das Unternehmen zu sichern gilt“, betonte die Leiterin des Hernstein Instituts für Management und Leadership, Michaela Kreitmayer, am Montag in einer Aussendung.

Gesunder Mix aus informellen und formellen Aktivitäten

Etwa ein Drittel der Unternehmen (32 Prozent) setze aktiv Maßnahmen - vorrangig informeller Art -, damit dieses Know-how in der Organisation erhalten bleibe. In der IT-Branche seien es sogar 40 Prozent, im öffentlichkeitsnahen Sektor hingegen lediglich 28 Prozent und im Sozial- und Gesundheitswesen gar nur 20 Prozent.

Zielführend ist den Angaben zufolge „ein gesunder Mix aus informellen und formellen Aktivitäten“. Gerade für den Erfolg des informellen Wissenstransfers seien die Wertschätzung gegenüber dem Mitarbeitenden und dessen Beziehung zum Unternehmen essenziell, so Kreitmayer.

Mentoring- und „Buddy“-Programme

Meist erfolgt der Wissenstransfer laut Umfrage über informelle Gespräche zwischen älteren und jüngeren Kollegen (21 Prozent) - ein laut Hernstein „strategisch wenig steuerbares Instrument“. Dahinter folgen regelmäßige Meetings (16 Prozent), schriftliche Dokumentationen (12 Prozent) sowie Workshops und Seminare (11 Prozent). In jedem zehnten Unternehmen gebe es Mentoring- und „Buddy“-Programme. In der Banken- und Versicherungsbranche setzen den Angaben zufolge nur 13 Prozent auf informelle Gespräche, häufiger sind hier formelle Meetings (22 Prozent).

Je kleiner das Unternehmen ist, desto stärker wiegt die Anerkennung für das Wissen Älterer. 46 Prozent der Betriebe mit bis zu 10 Beschäftigten schätzen die Erfahrung langjähriger Mitarbeiter sehr. Bei Unternehmen mit über 5000 Mitarbeitenden sind es der Erhebung zufolge nur 25 Prozent. (APA)