Letztes Update am Mi, 16.10.2019 16:35

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Arbeitsmarkt

AMS schafft neue Betreuungs- und Beratungszentren

In Wien gibt es derzeit 13 AMS-Beratungszentren, in anderen Bundesländern 17. Das Angebot wird bis Mitte 2020 weiter ausgebaut. Es soll Arbeitslose bei Problemlösungen vor der Arbeitssuche helfen.

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© TT/Thomas BöhmSymbolbild.



Wien – Das Arbeitsmarktservice (AMS) hat in Verbindung mit der Einführung eines Algorithmus, der die Einteilung der Arbeitssuchenden unterstützt, nun auch die Beratung der Betroffenen neu organisiert. Derzeit gebe es 30 Betreuungs- und Beratungszentren für jene arbeitssuchenden Personen, bei denen vor einer Arbeitssuche auch andere Fragen zu klären seien, sagte die Sprecherin des AMS am Mittwoch zur APA.

Diese bekämen Intensivberatungen angeboten und es würden Problemlösungen erarbeitet, daher habe man diese Tätigkeit an externe Projektpartner ausgelagert. Ziel sei es, diese Personen wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die neuen Zentren seien ein Angebot für Beratung und Betreuung, aber es gebe keine Pflicht dort hinzugehen. Die Zahl der Zentren solle bis Mitte des nächsten Jahres noch ausgeweitet werden. In Wien gibt es derzeit 13 solcher Zentren, der Online-Nachrichtenseite orf.at hatte heute über eines berichtet. In den übrigen Bundesländern bestehen im Moment 17 solcher Einrichtungen.

Keine Schulungen für unterste Kategorie

Auch den Arbeitssuchenden in den Beratungszentren würden Jobs angeboten, wenn es Angebote für sie gebe. Dann müssten sich diese Personen genauso bewerben wie auch andere Arbeitssuchende, betonte AMS-Sprecherin Beate Sprenger. Ziel der speziellen Betreuung sei es zunächst jene Probleme, die bisher eine Arbeitsaufnahme verhinderten, zu lösen. Das AMS will damit Personen gezielter fördern.

Die Ergebnisse des Computeralgorithmus werden von den AMS-Beratern als Entscheidungsgrundlage für Fördermaßnahmen verwendet. Wer in die unterste Kategorie mit den schlechtesten Vermittlungsaussichten fällt, wird in Zukunft weniger gefördert, bekommt also keine Schulung mehr, sondern zunächst Beratung. Das betrifft derzeit rund 40 Prozent der AMS-Kundinnen und -Kunden in Wien, also 60.600 Personen.

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Laut Auskunft des AMS haben 61 Prozent davon keine höhere Ausbildung als die Pflichtschule, fast die Hälfte sind älter als 50 Jahre. Zwei Drittel haben Migrationshintergrund, fast jeder Zweite hat familiäre Betreuungspflichten, rund ein Viertel hat gesundheitliche Beeinträchtigungen. Für sie alle sind die neuen Beratungszentren geschaffen worden.

Der Algorithmus ist seit November des Vorjahres im Testbetrieb und soll Mitte 2020 in Echtbetrieb geht. Dann sollen auch österreichweit alle benötigten Betreuungs- und Beratungszentren angeboten werden. (APA)