Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 11.11.2019


Arbeitsmarkt

Weniger Jugendliche in Österreich starteten Lehre

Besonders groß war der Rückgang im Tourismus mit 10,5 Prozent auf 2951 Lehranfänger.

In der Industrie ist die Anzahl der Lehrlinge entgegen dem Trend um 2,3 Prozent gestiegen.<span class="TT11_Fotohinweis">Foto: iStock</span>

© iStockIn der Industrie ist die Anzahl der Lehrlinge entgegen dem Trend um 2,3 Prozent gestiegen.Foto: iStock



Wien – Heuer haben weniger Jugendliche in Österreich eine Lehre begonnen. Laut Wirtschaftskammer gab es per 31. Oktober 34.497 Lehrlinge im ersten Lehrjahr, das ist ein Minus von 1,8 Prozent gegenüber 2018. Die meisten 15-Jährigen beginnen ihre Lehrausbildung in der Regel nach den Sommerferien im Herbst.

Besonders groß war der Rückgang im Tourismus mit 10,5 Prozent auf 2951 Lehranfänger. In der überbetrieblichen Lehrausbildung betrug das Minus 14,2 Prozent auf 2865 Lehrlinge im ersten Ausbildungsjahr. In der Industrie gab es mit 4657 Lehranfängern ein Plus von 2,3 Prozent. Klammert man die überbetriebliche Lehrausbildung aus, fällt das Minus mit 0,5 Prozent geringer aus.

Die WK erklärt die Rückgänge mit dem Fachkräftemangel, der nun auch auf den Lehrlingsmarkt voll durchschlage. „Unternehmen suchen händeringend junge Menschen für offene Lehrstellen, können diese aber nicht besetzen“, erklärte WKO-Lehrlingsexperte Alfred Freundlinger. Oft würden gewünschte Ausbildungsberufe und geforderte Qualifikationen mit dem Angebot nicht zusammenpassen.

Die Arbeiterkammer ist kürzlich in ihrer Analyse des Lehrstellenmarktes zu einem gänzlich anderen Ergebnis gekommen. Ihr zufolge finden rund 22.000 Jugendliche trotz Suche keine Lehrstelle in einem Betrieb.

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Insgesamt absolvieren aktuell rund 110.000 Menschen in Österreich eine Lehrausbildung. (APA)