Letztes Update am Di, 12.11.2019 13:05

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kfz-Industrie

Magna Graz: 1800 Arbeitsplätze „wackeln“, Konzern dementiert

Der Konzern will zum jetzigen Zeitpunkt nicht darüber sprechen. Ursache für Kündigungen sei augenscheinlich die Krise in der Automobilbranche.

Die Produktion im Magna Steyr Werk in Graz.

© APA/MARKUS LEODOLTERDie Produktion im Magna Steyr Werk in Graz.



Graz – Bei Magna in Graz sollen laut einem Bericht des „Kurier“ rund 1800 Jobs wackeln. Ursache für Kündigungen ist augenscheinlich die Krise in der Automobilbranche, die auch andere namhafte Unternehmen im In- und Ausland bereits getroffen hat. Der Jobabbau bei Magna in Graz soll dem Vernehmen nach nicht mehr vor der Landtagswahl am 24. November öffentlich kommuniziert werden, damit daraus keine politischen Wellen entstehen, zitiert der Kurier einen Insider. Schon Mitte September gab es Gerüchte um den Abbau von 700 Arbeitskräften in Graz-Thondorf.

Ein Unternehmenssprecher erklärte gegenüber der APA: „„Die Gerüchte entbehren zum jetzigen Zeitpunkt jeglicher Grundlage.“ Aber natürlich könne man nicht sagen, was beispielsweise in sechs Wochen sei.

Die Mitarbeiter seien noch am Dienstag informiert worden, dass nichts an der Sache dran sei. Der Sprecher versicherte auch, dass es mit der steirischen Politik kein Stillhalteabkommen oder dergleichen wegen der bevorstehenden Landtagswahl gebe. Magna arbeite jedenfalls daran, neue Aufträge hereinzubekommen. Trotz aufkommender Krise in der Automobilindustrie „hört sich die Welt nicht auf zu drehen“. Die in Graz gebaute G-Klasse laufe beispielsweise sehr gut, unterstrich der Sprecher.

Heftige Kritik von KPÖ

„Kein Wunder, dass es die ÖVP mit der Neuwahl so eilig gehabt hat“, teilte KPÖ-Klubobfrau Claudia Klimt-Weithaler am Dienstag in einer Aussendung mit. „Denn das Land hat Magna regelmäßig mit Millionenförderungen bedacht. Deshalb wird es auch nicht reichen, wieder nach dem Bund und dem Land zu rufen, um Stiftungen und Sozialpläne zu bezahlen. Der Konzern muss auch selbst Verantwortung für die Beschäftigten übernehmen.“ KPÖ und Gewerkschaftlicher Linksblock (GLB) hätten die Landesregierung und den ÖGB schon im September aufgefordert, einen Gipfel einzuberufen und zusammen mit dem Magna-Konzern über Alternativen zu beraten. Geschehen sei bisher nichts.

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„Es ist hoch an der Zeit, Alternativen zu suchen. Für Graz und die Steiermark steht viel auf dem Spiel. Auf ein Wunder zu hoffen, wird die Arbeitsplätze bei Magna nicht retten. Die Landesregierung muss jetzt die Initiative ergreifen und mit Magna und dem ÖGB einen Plan erarbeiten, um die Abhängigkeit von einer krisengeschüttelten Automobilbranche zu verringern,“ so Claudia Klimt-Weithaler.

„Automobilindustrie ist in der Krise“

Magna-Betriebsrätin Hilde Tragler vom GLB meinte: „Die Automobilindustrie ist in der Krise. Alleine auf dieses Segment zu setzen, wäre kurzsichtig und nicht im Sinne der Kolleginnen und Kollegen. Es ist an der Zeit, auch über neue Produktionsbereiche nachzudenken. Das ist der Konzern den Beschäftigten schuldig.“

Bei Magna in Graz werden laut einem Sprecher derzeit rund 9000 Mitarbeiter beschäftigt, wobei Leiharbeiter hier schon eingerechnet sind. Im März 2018 lag der Mitarbeiterstand bei etwa 9700 Beschäftigten. (APA)