Letztes Update am Mi, 01.07.2015 15:11

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Preise

OECD-Ausblick: Nahrungsmittel werden günstiger

Hohe Produktivität, langsamer wachsende Nachfrage und niedrige Ölpreise. Laut OECD sind das die Gründe dafür, dass Landwirtschaftsprodukte in den kommenden zehn Jahren günstiger werden.

Symbolfoto

© dpaSymbolfoto



Paris - Landwirtschaftsprodukte werden in den kommenden zehn Jahren allmählich günstiger. Die inflationsbereinigten Preise würden aber über jenen vom Anfang der 2000er-Jahre bleiben, gab die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Mittwoch im aktuellen „Landwirtschaftsausblick 2015-2024“ bekannt.

Die Entwicklung sei vor allem auf die hohe Produktivität und die gleichzeitig langsamer wachsende Nachfrage zurückzuführen. Ein weiterer Grund seien die niedrigen Ölpreise. Diese würden nicht nur die Energie- und Düngemittelkosten verkleinern, sondern auch den Anreiz zur Produktion von Bio-Kraftstoffen verringern. In der Vergangenheit seien nämlich häufig Energiepflanzen statt Nahrungsmittel angebaut worden.

Große Veränderungen in Entwicklungsländern

Große Veränderungen werden in Entwicklungsländern erwartet. Durch Bevölkerungszuwachs, höhere Pro-Kopf-Einkommen und Urbanisierung werde sich der Bedarf an Nahrungsmitteln vergrößern. Dort werde es in den nächsten Jahren zu einer erhöhten Nachfrage nach Produkten mit tierischem Eiweiß kommen, wodurch die Preise für Fleisch und Milchprodukte im Vergleich zu den Erntepreisen hoch sein würden.

OECD-Generalsekretär Angel Gurria warnte bei der Präsentation des Berichts davor, sich auf diesem Ausblick auszuruhen: „Der Ausblick auf die globale Landwirtschaft ist zwar ruhiger als in den vergangenen Jahren, wir können aber das Risiko von neuerlichen Preisspitzen in den kommenden Jahren nicht ausschließen.“ Die Regierungen sollten die aktuellen Bedingungen nutzen, um sich auf eine Entwicklungspolitik zu konzentrieren, die die Produktivität erhöht und Innovationen vorantreibt. „Man sollte für ein robustes System sorgen, das sowohl Konsumenten als auch Landwirten nützt“, sagte Gurria.

Der Ausblick wurde von der OECD gemeinsam mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) erstellt. (APA)