Letztes Update am Mo, 07.12.2015 12:42

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Börsen-Spekulation

Spekulanten treiben Palmöl-Preis in die Höhe

Der in Kuala Lumpur gehandelte Terminkontrakt stieg um 2,9 Prozent.

Ein Arbeiter auf einer Palmöl-Plantage.

© Michael KleinburgerEin Arbeiter auf einer Palmöl-Plantage.



Frankfurt – Aus Furcht vor Ernteausfällen als Folge des Wetter-Phänomens El Nino haben sich Anleger am Montag mit Palmöl eingedeckt. Der in Kuala Lumpur gehandelte Terminkontrakt auf dieses als Lebensmittel und Bio-Kraftstoff verwendete Pflanzenfett stieg um 2,9 Prozent und schloss mit 2435 Ringgit (530 Euro) je Tonne so hoch wie zuletzt vor rund zwei Monaten.

Der US-Wetterdienst prognostiziert, dass El Nino so stark ausfallen wird wie seit 1997 nicht mehr. Damals hatte das Wetterphänomen in Südamerika für Überflutungen gesorgt, während in Südostasien wegen knapper Niederschläge die Ernten zurückgingen.

Die jüngste Rallye beim konkurrierenden Sojaöl schob die Palmöl-Kurse zusätzlich an. Soja-Futures hatten am Freitag in den USA vier Prozent zugelegt, weil Anleger darauf wetteten, dass das US-Landwirtschaftsministerium am Mittwoch seine Ernteprognosen senken wird. (APA, Reuters, TT.com)

Palmöl

In den letzten Jahren ist der Verbrauch von Pflanzenölen in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie, sowie auch im Agro-Diesel stark angestiegen. Mit der steigenden Nachfrage nehmen auch die Palmölplantagen zu. Denn Palmöl deckt 32 Prozent des globalen Pflanzenöl-Bedarfs weltweit und ist damit das meist verwendete Pflanzenöl.

Im sogenannten Paradise Forest von Indonesien wird derzeitig am schnellsten und brutalsten abgeholzt, um Platz für Ölpalm-Plantagen zu machen. Jede Stunde wird Regenwald in der Größe von 300 Fußballfeldern abgeholzt.

Mit der Entwicklung dieser Plantagenflächen sind extrem hohe CO2-Emissionen verbunden: um eine Plantage errichten zu können, wird zuerst der Urwald abgeholzt. Was vom Wald noch übrig bleibt wird brandgerodet. Danach werden die kohlenstoffreichen Torfböden entwässert. Diese speichern extrem viel CO2, das durch die Entwässerung in die Atmosphäre entweicht.

Dadurch ist Indonesien für rund 8 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich und steht hinter China und USA an dritter Stelle der größten Klimasünder. Die Abholzung des Regenwaldes stößt jährlich rund 20 Prozent klimaschädlicher Treibhausgase aus — mehr, als der gesamte Automobil- und Flugverkehr zusammen. Quelle: Greenpeace