Letztes Update am Di, 05.01.2016 10:45

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Markt

Fahrdienst Uber verteidigt überteuerte Silvester-Tarife

Kunden in Wien klagen über teure „Uber“-Fahrten zu Silvester. Laut Unternehmen muss teureres Angebot vom Kunden zuvor akzeptiert werden.

© ReutersSymbolfoto.



Wien – Der Fahrdienst „Uber“ sorgt in Wien für Unmut. Kunden beschwerten sich laut Medienberichten via Social-Media-Postings über hohe Preise in der Silvesternacht. Der Fahrdienst-Vermittler Uber verteidigt gegenüber der Nachrichtenagentur APA am Dienstag erneut die zum Teil deutlich erhöhten Tarife - die etwa Wiener Nutzern in der Silvesternacht unangenehm aufgefallen sind. Die Preise seien vor Fahrtantritt bekannt, versicherte ein Sprecher. In Zeiten hoher Nachfrage kommt demnach ein Multiplikations-Faktor zu Einsatz. Dieser müsse auf der Uber-App vom Nutzer bestätigt werden.

„Wir haben kein Interesse daran, unsere Kunden abzuzocken“, beteuerte der Unternehmenssprecher. Man habe bisher bei jedem Test als günstigster Anbieter abgeschnitten: „Das ganze Jahr liegen wir rund 30 Prozent unter vergleichbaren Optionen.“ Die Tarife seien stets transparent, das sei auch zu Silvester so gewesen.

Auch zum Jahreswechsel hätten 75 Prozent der Fahrten zum Normaltarif stattgefunden. Wer aber zu Spitzenzeiten unterwegs sein wollte, sei zum Teil mit höheren Preisen konfrontiert worden. Tatsächlich berichteten User etwa von Rechnungen für innestädtische Verbindungen über fast 200 Euro.

Vor der Bestellung müsse der erhöhte Preis akzeptiert werden, betonte der Uber-Vertreter. Wer das Angebot ablehne, erhalte eine Nachricht, sobald wieder günstigere verfügbar seien. „Wir wollen gar nicht, dass viele zu den Peak-Zeiten fahren“, erklärte der Sprecher.

Die Wirtschaftskammer Wien verwies bereits am Montag in einer Aussendung darauf, dass es eine einheitlich geregelte Tarifpflicht gibt - nämlich für konzessionierte Taxis. Diese sind an der „TX“-Nummerntafel zu erkennen. Preisliche „Ausreißer“ um das Vielfache - wie zu Silvester bei Uber - seien bei Taxis nicht möglich.

Nun sei passiert, worauf man seit langer Zeit hinweise. Es gebe Unsicherheit für Konsumenten und Ärger über intransparente Preise: „Gleichzeitig gerät eine ganze Branche in Misskredit, weil einige schwarze Schafe das schnelle Geld wittern und glauben, sich über alle Spielregeln, die letztlich dem Schutz der Konsumenten dienen, hinwegsetzen zu können“, kritisierte Davor Sertic, Obmann der Sparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Wien. (APA)