Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 02.03.2016


Markt

Ruf nach Quotensystem bei Molkereien

Wer den Molkereien zu viel Milch liefert, bekommt weniger bezahlt. Die IG Milch fordert, dieses System auszuweiten, um die Milchmengen zu reduzieren.

© Thomas Böhm / TTVielen Ställen droht wegen der Milchkrise die Schließung.Foto: Böhm



Wien – Der niedrige Milchpreis erhitzt weiter die Gemüter. Das umstrittene Quotensystem, das beispielsweise die Gmundner Milch eingeführt hat, ärgert viele Milchbauern. Das Prinzip: Wer mehr Milch als im Vorjahr liefert, erhält weniger Geld. Die IG Milch, eine 2004 gegründete Protestbewegung gegen Dumpingpreise in Supermärkten, lobt dagegen das System. Da politische Lösungen nicht in Sicht seien, müssten die Verarbeitungsbetriebe Verantwortung übernehmen, so die IG Milch, die rund 1600 Bauern vertritt. „Wir fordern alle Betriebe auf, klare Signale an die Milchlieferanten auszusenden, die Produktion deutlich zu reduzieren.“

Die Milchpreise liegen derzeit im Keller – zum einen aufgrund des Überangebots infolge der Abschaffung der Milchproduktionsquoten. Andererseits machen die heimischen Molkereien das Russland-Embargo und den schwächelnden Absatz in China als Grund für den Preissturz aus.

Für Spezialmilch wie Biomilch, Heumilch bzw. Bio-Heumilch zahlen Molkereien den Bauern deutlich mehr. Zudem wurde nun auch die österreichische Heumilch von der EU-Kommission als „geschützte traditionelle Spezialität“ anerkannt, berichten die Salzburger Nachrichten. Das Lebensmittel wird fortan durch das Gütesiegel der EU vor Plagiaten aus den 28 EU-Staaten geschützt. (APA)