Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 27.08.2016


30 Jahre Lotterien

925 Millionäre und der Staat als Lotto-Multimilliardär

Die teilstaatlichen Lotterien feiern feiern ihr 30-Jahr-Jubiläum.

Finanzvorständin Bettina Glatz-Kremsner (links) und Casinos-Chef Karl Stoss übergaben an Nationalbibliothek-Chefin Johanna Rachinger das Patent, mit dem Kaiserin Maria Theresia „Zahlenlotto“ 1751 eingeführt hat.<span class="TT11_Fotohinweis">Fotos: APA</span>

© ÖSTERREICHISCHE LOTTERIENFinanzvorständin Bettina Glatz-Kremsner (links) und Casinos-Chef Karl Stoss übergaben an Nationalbibliothek-Chefin Johanna Rachinger das Patent, mit dem Kaiserin Maria Theresia „Zahlenlotto“ 1751 eingeführt hat.Fotos: APA



Wien – Am 7. September 1986, also vor 30 Jahren, fand die erste Ziehung von Lotto „6 aus 45“ statt. Ein Tipp kostete damals sechs Schilling, heute 1,20 Euro. Seitdem sprudeln die Umsätze der Lotterien. Im ersten gesamten Geschäftsjahr spielten sie umgerechnet 409 Mio. Euro an Umsatz ein. Die Milliarden-Grenze wurde erstmals 1995 überschritten, die Zwei-Milliarden-Grenze 2006 und die Drei-Milliarden-Grenze 2013. Zuletzt, 2015, erlöste der Konzern fast 3,1 Mrd. Euro und für heuer erwartet Lotterien- und Casinos-Generaldirektor Karl Stoss eine abermalige Steigerung. Zu den Lotterien zählen neben den klassischen Lottoscheinen auch die Online-Glücksspielplattform win2day und die Automatenhallen namens WINWIN.

Der größte Gewinner sei aber nicht per Zufall ermittelt worden, sondern es sei dies der Finanzminister, so Finanzvorständin Bettina Glatz-Kremsner. Die Lotterien lieferten über die Jahre bei einem zusammengezählten Umsatz von 48,3 Mrd. Euro 10,6 Mrd. Euro an Steuern ab. Fast 1,4 Mrd. Euro (zuletzt 82 Mio. Euro pro Jahr) flossen in die Sportförderung.

Vom Gesamtumsatz wurden 30,9 Mrd. Euro an Gewinnen ausgeschüttet. „Statistisch betrachtet hat jeder Österreicher über 16 im Verlauf der 30 Jahre 4200 Euro gewonnen“, rechnete Stoss vor. Die Wahrscheinlichkeit für einen Lottosechser liegt in Österreich laut Glatz-Kremsner bei 1 zu 8 Millionen. Dennoch zocken die Österreicher munter. Pro Jahr werden in Österreich derzeit 840 Millionen Tipps gespielt und 67 Millionen Lose verkauft. Im Schnitt werden somit pro Sekunde 26,5 Tipps abgegeben und 2,1 Rubbel- und Brieflose aufgerubbelt bzw. aufgerissen. 925 Spielteilnehmer haben in den vergangenen 30 Jahren einen Gewinn in Euro-Millionenhöhe gemacht: 859 bei Lotto, 36 in der Klassenlotterie, 25 bei EuroMillionen und 5 beim Joker.

Für den Casinos-Austria-Konzern und den Finanzminister sind die Lotterien die Cashcow – und bald für den niederösterreichischen Rivalen Novomatic. Dieser und das tschechische Konsortium um die Milliardäre Karel Komarek und Jiri Smejc sind drauf und dran, die Casinos Austria zu übernehmen. Der Deal ist noch nicht unter Dach und Fach. Wenn er durchgeht, werde sich nicht gravierend viel ändern, meint Stoss. Vielleicht hat das tschechische Konsortium neue zusätzliche Ideen. (TT, APA)