Letztes Update am Di, 06.06.2017 07:44

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Markt

Reisen online buchen: VKI warnt vor „Schnäppchen“

Laut einer Untersuchung der Europäischen Verbraucherzentren wurden In 77 von 100 Fällen bei Flug-Onlinebuchungen zu Beginn des Buchungsprozesses die möglichen oder wahrscheinlichen Zusatzkosten nicht angezeigt.

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Wien – Reiseplanung beginnt heute meist nicht mehr im Reisebüro ums Eck, sondern online. Mit welcher Airline fliege ich am billigsten, über welche Plattform spare ich bei den Hotelkosten, welcher Mietwagenvermittler hat gerade eine Aktion? Nach langer Recherche entscheidet man sich also für das offensichtlich günstigste Angebot.

Die Dateneingabe ist meist mühsam und zeitaufwendig. Dann folge häufig, so EU-weite Netzwerk der Europäischen Verbraucherzentren (ECC-Net), die böse Überraschung: Die Reise kostet kurz vor Buchungsende plötzlich deutlich mehr – wegen Aufschlägen für die Zahlung per Kreditkarte, wegen aufzugebendem Gepäck oder einfach wegen einer nicht näher definierten „Servicepauschale“ für den Reisevermittler.

Auch das ECC-Net kennt diese Problematik seit. Um herauszufinden, inwieweit der anfangs beworbene und angezeigte Preis bei Onlinebuchungen von Flug, Hotel, Mietwagen oder Timesharing auch dem tatsächlichen Endpreis entsprach, wurde eine Studie durchgeführt. 539 tatsächlich getätigte Onlinebuchungen wurden dabei untersucht (knapp die Hälfte davon alleine aus Österreich), zusätzlich Konsumenten befragt und von Experten Mystery Shopping zu diesem Thema durchgeführt.

Insgesamt wurden 602 Problemfälle behandelt. 60 Prozent davon – das ist die weitaus größte Gruppe - betrafen Preiserhöhungen während der Onlinebuchung von Flügen. Das Ergebnis des Mystery Shopping bestätige die für Verbraucher unbefriedigende Situation. In 77 von 100 Fällen seien bei Flug-Onlinebuchungen zu Beginn des Buchungsprozesses die möglichen oder wahrscheinlichen Zusatzkosten nicht angezeigt worden. Erst nach weiteren Buchungsschritten und aufwendiger Dateneingabe – oft knapp vor dem Vertragsabschluss – tauchten dann Zusatzkosten fürs abzugebende Gepäck, eine Servicepauschale oder eine Gebühr fürs Zahlen mit Kreditkarte auf. Die Studie zeige auch, dass diese Kreditkartengebühren für die Konsumenten das größte Ärgernis darstellen.

EVZ-Juristin Dr. Barbara Forster: „Auffallend war bei der Studie, dass gerade bei der Buchung über Online-Reisebüros im letzten Buchungsschritt noch extrem hohe Gebühren hinzukommen. Wir raten Ihnen, das zu vermeiden, indem Sie direkt bei Airlines, Hotels oder Autovermietern buchen.“

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