Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 25.06.2018


Markt

Italien beliebtes Ziel

68 Prozent wollen ihren Urlaub im europäischen Ausland verbringen, dauern soll die Reise zwischen vier und 14 Tagen.

© iStockphotoItalien – im Bild das malerische Salerno – ist neben Kroatien das beliebteste Reiseziel der Österreicherinnen und Österreicher.Foto: iStock



Von Verena Langegger

Wien, Innsbruck – Es ist Sommerbeginn und die Reisesaison steht bevor. Und immerhin 62 Prozent der Österreicher planen für dieses Jahr einen Urlaub. Das sind – laut Reisebarometer – um vier Prozent mehr als noch im Vorjahr. „Die Reiselust ist also ungebrochen“, sagt ÖAMTC-Touristikerin Dagmar Riedl. Der Fokus der heurigen Befragung lag auf der Urlaubsorganisation: „Die Österreicher nehmen Planung und Buchung gerne selbst in die Hand. Knapp zwei Drittel der Befragten stellen sich ihre Reiseleistungen am liebsten selbst zusammen, ein Drittel bevorzugt das fertige Gesamtpaket der Pauschalreise.“

Gebucht wird vor allem online (40 Prozent), ein Viertel kontaktiert direkt die Unterkunft und 20 Prozent gehen laut Umfrage nach wie vor den „klassischen“ Weg über ein Reisebüro. Relativ unbeeindruckt sind die Österreicher offenbar von den Airline-Insolvenzen der vergangenen Monate. Obwohl es Unklarheit in der Rechtslage gibt. Vor dem Hintergrund der Insolvenz wurde beim Reisemonitoring abgefragt, ob sich die Negativschlagzeilen auf Planung und Buchung des Urlaubs ausgewirkt haben. Das Ergebnis ist für Expertin Riedl durchaus überraschend: „Die Mehrheit lässt sich davon nicht abschrecken – nur etwa elf Prozent der Befragten ändern ihr Verhalten und fahren zum Beispiel lieber mit dem Pkw.“ Dass die Sorge über eine mögliche Insolvenz mit der Entfernung des Reiseziels zunimmt, verwundert hingegen nicht – gibt es bei Fernzielen doch kaum eine Alternative zum Flugzeug. Unklarheit gibt es beim Insolvenzfall einer Fluglinie: Was mit den gebuchten Tickets geschieht, weiß nur ein Drittel der Befragten – nämlich, dass man keinerlei Anspruch auf Kosten-Rückerstattung hat. 35 Prozent vermuten, dass man einen Teil der Kosten rückerstattet bekommt, 22 Prozent gehen davon aus, dass man im Insolvenzfall umgebucht wird. Tatsächlich haben nur Pauschalreisende finanziellen Schutz bei der Insolvenz einer Fluglinie. Wer seine Reise individuell zusammenstellt, bekomme die Ticketkosten nicht retour, warnt die Touristikerin.

68 Prozent der Befragten werden den Urlaub im europäischen Ausland verbringen. Die zwei beliebtesten Destinationen, Kroatien und Italien, liegen heuer fast gleichauf. Auf Platz 3 und 4 folgen Spanien und Griechenland. Aber auch die österreichische Tourismusbranche darf sich freuen: 18 Prozent der Befragten werden in der Heimat urlauben. Besonders hoch im Kurs liegen längere Urlaubsreisen zwischen vier und 14 Tagen.

Dennoch haben auch Kurzurlaube mit maximal drei Tagen Aufenthalt tendenziell bei der österreichischen Urlaubsplanung zugelegt: 2017 planten noch 20 Prozent der Befragten einen Kurztrip, 2018 sind es bereits 27 Prozent. Das Reisebudget ist 2018 mit durchschnittlich 1073 Euro pro Person etwas höher als im Vorjahr angesetzt. Liegt das Urlaubsziel in Österreich, werden pro Person rund 500 Euro in die Hand genommen – bei Fernreisen hingegen braucht man im Schnitt etwa 1800 Euro.




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