Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 20.06.2018


Markt

Mehr Gewinn für die Wiener Börse

Im Herbst soll ein Markt für KMU und junge Unternehmen an der Wiener Börse eröffnet werden.

© Wiener Börse AGDie Handelsumsätze an der Wiener Börse sind 2017 im Vergleich zum Vorjahr um knapp ein Drittel gestiegen.Foto: Wiener Börse AG



Wien – Das starke Börsejahr 2017 hat sich auch in der Bilanz der Wiener Börse niedergeschlagen. Wie berichtet, hat der heimische Börsenindex ATX im vergangenen Jahr um 31 Prozent zugelegt.

Die Wiener Börse AG selbst erwirtschaftete im Jahr 2017 ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von gut 28 Mio. Euro. Das war ein Plus von 10,4 Prozent gegenüber dem Ergebnis 2016.Der Umsatz betrug 48,9 Mio. Euro, ein Plus von 2,3 Prozent. Hauptertragstreiber war der starke Umsatz im Aktienhandel, der um ein Fünftel auf 66,1 Mrd. stieg. Der Jahresüberschuss lag bereinigt bei 20,5 Mio. Euro, nach 19,9 Mio. Euro im Jahr 2016.

Die Wiener Börse hat zuletzt ihr Angebot deutlich ausgeweitet und dadurch die Handelsumsätze um 30 Prozent steigern können. So wurden unter anderem Wertpapiere der Indizes DAX, Nasdaq, Dow Jones am so genannten „Global Market“ handelbar sowie 100 ETFs (börsengehandelter Indexfonds).

Ab Herbst soll das Angebot um ein Marktsegment erweitert werden, das sich an KMU und Jungunternehmen richtet. „Wir haben das Segment fertig und wir könnten es jederzeit ausrollen“, sagte Börsechef Christoph Boschan in einem Pressegespräch. „Wir warten schlicht auf die regulatorische Öffnung, die, wie wir alle hoffen – und es sieht mit 90-prozentiger Sicherheit danach aus – im Herbst erfolgen wird“, sagte Boschan.

Zusätzlich zu den bestehenden Segmenten „prime market“, „standard“ und „global market“ soll es künftig einen „direct market“ und „direct market plus“ geben. Um Zugang zum direct market zu haben, müsse ein Unternehmen eine AG sein und „einigermaßen Streubesitz herstellen“, sagte Boschan.

Zudem bietet die Wiener Börse seit gestern auch zwei neue Krypto-Indizes an. Ge­covert werden die 20 wichtigsten Kryptowährungen. „Wir verlangen, dass sie an mindestens zwei Handelsplattformen gelistet sind, und wir schließen jede Kryptowährung aus, die sich nicht transparent macht“, sagte Boschan. (ecke, APA)




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