Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 11.07.2018


Exklusiv

Optimismus auf neuem Rekord-Hoch

Die Konjunkturstimmung unter den Österreicherinnen und Österreichern ist zurzeit so gut wie noch nie in den letzten 25 Jahren. Verbessert hat sich zuletzt auch die Konsumfreude der Bevölkerung.

© thomas boehm(Symbolfoto)



Von Alois Vahrner

Linz, Innsbruck – Die Wirtschaftsforscher erwarten heuer trotz einiger Unsicherheiten und Risikofaktoren an der internationalen Konjunkturfront erneut ein kräftiges Wirtschaftswachstum in Österreich – in Tirol könnte das reale Plus erneut jenseits der 3 Prozent liegen.

Und auch in der Bevölkerung ist die Stimmung ausgezeichnet, wie aus dem brandneuen Wirtschaftsbarometer des Linzer Meinungs- und Marktforschungsinstituts Spectra hervorgeht, das für die OÖN, die TT und die anderen Bundesländer-Tageszeitungen bundesweit zuletzt mehr als 3000 Österreicherinnen und Österreicher befragt hat.

Im Sinne eines Wetterberichts gibt es zurzeit ein absolutes Sommer-Hoch: Demnach sehen nämlich 19 Prozent einen strahlend blauen Stimmungs-Himmel, weitere 46 Prozent einen sonnigen und 28 Prozent nur einen leicht bewölkten – in Summe sind das laut Spectra also 93 Prozent positiv Gestimmte. Nur 4 Prozent sehen stark bewölktes und weitere 2 Prozent bezüglich ihrer Stimmung regnerisches Wetter.

Ein Viertel der Bevölkerung will mehr Geld ausgeben, aber 29 Prozent können sich laut Umfrage weniger leisten als vor einem Jahr.Foto: Böhm
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Noch weiter zugelegt hat gegenüber den bisherigen Topwerten vor drei Monaten der Wirtschaftsoptimismus der Österreicherinnen und Österreicher: Der Anteil der Optimisten, die noch eine weitere Verbesserung erwarten, erhöhte sich auf 36 Prozent, jener der Pessimisten fiel weiter auf nur noch 14 Prozent (44 Prozent rechnen mit einer gleichbleibenden Lage). Der Anteil der Optimisten ist damit nicht nur zweieinhalb mal so hoch wie jener der Pessimisten, sondern auch so hoch wie noch nie in der seit über 25 Jahren laufenden Umfrage-Reihe, heißt es bei Spectra. Noch vor drei Jahren waren nur ganze 8 Prozent Optimisten 45 Prozent Pessimisten gegenübergestanden.

Gleich 70 Prozent der Bevölkerung sehen den kommenden zwölf Monaten mit Zuversicht entgegen, mit Sorge sind es 23 Prozent. Noch immer 27 Prozent rechnen (entgegen den etwa in Tirol seit über zwei Jahren sinkenden Zahlen) mit steigender Arbeitslosigkeit und 44 Prozent mit einer gleich bleibenden, 23 Prozent erwarten weniger Arbeitslose.

Der Anteil jener Österreicher, die weniger Geld als zuletzt ausgeben wollen, liegt immer noch bei relativ hohen 39 Prozent, dies ist aber der niedrigste Wert seit dem Jahr 1999. Mehr Geld ausgeben wollen laut Umfrage 25 Prozent der Befragten, 34 Prozent sagen „teils, teils“. Gleich viel leisten wie im Vorjahr können sich laut eigener Angabe 57 Prozent, mehr leisten können sich 10 Prozent. Immerhin 29 Prozent betonen allerdings, sie könnten sich trotz der guten Wirtschaftslage weniger leisten als vor einem Jahr.

Gut zwei Drittel (68 Prozent) sind der Ansicht, dass Österreich ein Land mit sehr hohem bzw. hohem Wohlstand ist, weitere 30 Prozent sehen mittleren und nur 2 Prozent einen niedrigen Wohlstand.

Für 21 Prozent der Befragten steht fest, dass der Staat mehr sparen sollte, um das Budget in Ordnung zu halten bzw. Schulden zu reduzieren. Mit 24 Prozent ist ein etwas größerer Anteil dafür, dass der Staat mehr Geld ausgeben bzw. investieren sollte, um etwa Arbeitsplätze zu schaffen. Für eine Mehrheit von 51 Prozent muss der Staat beides je nach Bedarf einsetzen und zustande bringen.




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