Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 11.07.2018


Reutte/Bayern

Immer mehr Tiroler checken im Allgäu ein

31,47 Prozent mehr Passagiere im ersten Halbjahr – der Allgäu Airport wächst weiter zweistellig. Der Andrang aus Vorarlberg und Tirol ist groß.

© Allgäu Airport



Von Simone Tschol

Memmingen, Außerfern – 681.177 Passagiere zählte der Flughafen Memmingen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit 518.138 Passagieren einem Plus von 31,47 Prozent. „Fast ein Drittel mehr Passagiere, das ist ein gewaltiger Sprung“, erklärt Flughafen-Geschäftsführer Ralf Schmid und fügt hinzu: „Dahinter stecken eine großartige Leistung unseres Teams und unser Angebot.“ Und dieses wird laufend erweitert. Nochmals deutlich gesteigert hat sich die ohnedies hohe Auslastung der Maschinen. Diese waren im Durchschnitt zu 86,58 Prozent oder mit 160 Passagieren pro Flug sehr gut besetzt. „Je besser das Flugzeug ausgelastet ist, desto geringer die Emission pro Passagier und Flug“, will Schmid auch den Umweltaspekt nicht außer Acht lassen.

Viele Passagiere in den Maschinen bedeuten freilich auch viel Arbeit am Boden. So wurden im ersten Halbjahr erstmals Spitzentage mit 7000 Passagieren am Allgäu Airport gezählt.

Auch für das zweite Halbjahr rechnen die Verantwortlichen mit einem weiteren Zuwachs. Insgesamt hält Flughafen-Geschäftsführer Ralf Schmid für 2018 1,4 Millionen Passagiere für wahrscheinlich. Große Hoffnungen setzt er auch in den Winterflugplan. Dann geht es nach Marrakesch, nach Brindisi und Edinburgh.

„An die genauen Fluggastdaten kommen wir nicht ran, die sind bei den Airlines. Etwas Aufschluss über die Herkunft der Passagiere gibt aber die Parkplatzanalyse“, erklärt Stefan Stremel vom zuständigen Pressebüro. Stichprobenartig wurden dafür im Vorjahr die Fahrzeuge auf den Parkplätzen erfasst.

61 Prozent aller parkenden Autos waren demnach aus Bayern und Baden-Württemberg, gefolgt von der Schweiz (18 %) und Österreich (9 %). Bei den Kennzeichen aus Österreich haben die Reisenden aus Vorarlberg die Nase vorn: Bregenz (21 %) vor Feldkirch (20 %), Dornbirn (13 %) und Bludenz (8 %). Dahinter rangiert Tirol mit Innsbruck-Stadt (7 %) und Innsbruck-Land mit 6 % unter den Top-Bezirken. „In der Analyse sind freilich jene nicht berücksichtigt, die mit Bahn oder Bus kommen oder sich bringen lassen“, weiß Stremel. Letzteres wohl auch ein Grund dafür, warum das Außerfern in der Analyse nicht explizit aufscheint.

Aber nicht nur die Zahl der Passagiere, auch die Zahl der Arbeitsplätze steigt. 1700 Arbeitsplätze sind in den letzten elf Jahren am Flughafen Memmingen und dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorsts entstanden. Und schon bald könnten weitere 120 hinzukommen. Denn die ACM Aircraft Cabin Modification GmbH, ein Spezialist für das Kabinen-Interieur von Flugzeugen und Hubschraubern mit internationalem Kundenstamm, plant einen Neubau und beabsichtigt, ein Grundstück in der Dimension von zwei Fußballfeldern am Flughafengelände zu kaufen. Eine Absichtserklärung ist bereits unterschrieben. „Nun werden Details geprüft und dann die Kaufverträge unterzeichnet“, berichtet Ralf Schmid.