Letztes Update am Do, 02.08.2018 12:13

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Markt

Bruttomieten in Österreich seit 2008 um 35 Prozent gestiegen

Innsbruck, Salzburg und Bregenz sind die teuersten Städte zum Mieten. Die Arbeiterkammer fordert dringende Reformen.

© APA(Symbolfoto)



Wien – Wohnen wird hierzulande immer teuerer. Seit 2008 sind die Bruttomieten bei privaten Neuverträgen um 35 Prozent gestiegen – doppelt so stark wie die Inflation, zeigt eine Analyse der Arbeiterkammer (AK). Zudem gebe es große Preisunterschiede zwischen privaten und sozialen Mietwohnungen. Die AK fordert deshalb heute in einer Aussendung eine Reform des Mietrechtsgesetzes inklusive Mietobergrenzen.

Vor allem Wien ist vom Preisanstieg bei den Mieten stark betroffen. In den letzten neun Jahren haben sich die Bruttomieten bei privaten Neuverträgen in der Bundeshauptstadt um 40 Prozent erhöht. Primär sind in diesem Zeitraum die Hauptmietzinse stark gestiegen, in Wien sogar um 49 Prozent, wie aus der Analyse - einer Sonderauswertung der Mikrozensus 2017 im Auftrag der AK - hervorgeht.

Die Bruttomieten (inkl. Betriebskosten und Umsatzsteuer) pro Quadratmeter beliefen sich im Jahr 2016/17 auf 7,30 Euro bei gemeinnützigen Wohnungen, 7,40 Euro bei Gemeindewohnungen und 9,60 Euro bei privaten Mietwohnungen. Demnach zahlt man in privaten Mietwohnungen rund 2 Euro mehr pro Quadratmeter als in sozialen. Noch größer ist der Unterschied in Wien: Rund 11,40 kostet der Quadratmeter in privaten Mietwohnungen, etwa drei Euro mehr als in gemeinnützigen bzw. Gemeindewohnungen. Die Mehrheit der Hauptmietverhältnisse gebe es weiterhin in privaten Mietwohnungen, so die AK. Am teuersten sind die Mieten für private Mietwohnungen laut Immobilienpreisspiegel der Wirtschaftskammer in Salzburg, Innsbruck und Bregenz.

Vor diesem Hintergrund fordert die AK eine Mietrechtsreform mit „tauglichen Obergrenzen“. Zudem müsse vor allem mehr in geförderte Mietwohnungen investiert werden. Trotz eines Bekenntnisses zu einem gerechtem Mietrecht im Regierungsprogramm sehe AK-Präsidentin Renate Anderl jedoch keine noch Anzeichen für entsprechende Maßnahmen, so die Aussendung. (APA)