Letztes Update am Di, 02.10.2018 06:40

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Preise

Sprit und Öl teurer, OMV stoppt Förderung

Ölkonzern steigt aus Förderinitiative aus. Heizöl und Sprit wurden teurer, Strom wird bald folgen.

© PantherMedia / Simone Voigt(Symbolfoto)



Wien – Der teilstaatliche Öl- und Gaskonzern OMV zieht sich aus der Förderung von Ölheizungen zurück, konkret der von ihr mitfinanzierten Initiative „Heizen mit Öl“ (HMÖ). Angesichts der EU-Klimaziele und der daraus abgeleiteten Klima- und Energiestrategie der Regierung werde die OMV den bis Ende 2019 laufenden Vertrag mit HMÖ nicht verlängern, erklärte die OMV.

Die „Heizen mit Öl GmbH“ (HMÖ) versteht sich als „Förderstelle für moderne Ölheizungen“. Getragen wird sie vom Fachverband der Mineralölindustrie, dem Fachverband des Energiehandels und dem Institut für Wärme- und Oeltechnik (IWO). Via HMÖ wurden von 2012 bis 2016 über 61 Mio. Euro Förderung ausgegeben. 2017 erreichte die Zahl der Anträge auf Einbau einer neuen Ölheizung mit 5763 den höchsten Wert seit 2011.

Global 2000 und andere Umweltorganisationen hatten schon länger Kritik an der Förderaktion der „Ölheizungs-Lobby“ geübt. WWF Österreich wertete den angekündigten Rückzug der OMV als „wichtigen, wenn auch längst überfälligen Schritt“. Jetzt sei die Politik gefordert, konsequent weitere Maßnahmen zu setzen, um schneller als geplant aus Fossilenergien auszusteigen. Das Steuer- und Abgabensystem müsse auf Klimaschutz und Energieeffizienz optimiert werden. Global 2000 begrüßt den Schritt der OMV, fordert aber einen Sofortausstieg – nicht erst Ende 2019. Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) sprach von einem „wichtigen Schritt für den Klimaschutz“.

Heizöl hat sich zuletzt massiv verteuert und kostete im August fast ein Viertel mehr als vor einem Jahr. Eine 3000-Liter-Tankfüllung kostete damit um 480 Euro mehr. Verteuert hat sich im August auch Sprit – Diesel war um 15,2 % teurer als vor einem Jahr, Superbenzin um 12,3 % sowie Brennholz (+10,4 %). Das geht aus dem von der Österreichischen Energieagentur berechneten Energiepreisindex (EPI) hervor. Billiger war Gas (-5,7 %).

Der Strompreis war im August im Vergleich zum Vorjahresmonat unverändert. Das könnte sich bald ändern. In den letzten Monaten sind die Strom-Großhandelspreise gestiegen. Zudem erfolgte gestern die Trennung der Strompreiszone von Österreich und Deutschland, was sich ebenfalls auf den Preis niederschlagen dürfte. Einige österreichische Versorger haben bereits Verteuerungen angekündigt, so auch die Tiwag. (TT, APA)