Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 04.10.2018


Markt

Sporthandel: Skifahren ist auf Talfahrt

Nur ein Prozent der Sporttreibenden sind Wintersport-Neueinsteiger, zeigt eine Umfrage. Zwei Drittel ziehen Filiale dem Onlinehandel vor.

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Wien – Die österreichische Sporthändlergemeinschaft Sport 2000 ist seit Kurzem trotz deutlicher Umsatzsteigerung nur noch die Nummer zwei auf dem heimischen Sportartikelmarkt. „Unser Ziel ist es wieder zur Nummer eins zu werden“, sagte gestern Sport-2000-Chef Holger Schwarting.

Gelingen soll das mit einer stärkeren regionalen Spezialisierung der Filialen, erklärte Schwarting bei der Präsentation einer neuen Werbekampagne, die treffenderweise „Dein Ziel vor Augen“ heißt. Eine vom Händler selbst durchgeführte Umfrage unter Österreichern, die regelmäßig Sport treiben, habe gezeigt, dass diese großen Wert auf Qualität und Beratung legen. Weshalb auch 66 Prozent ihre Sportwaren in Filialen und nicht online kaufen würden. Damit will die Händlergruppe ihren Fokus künftig vor allem auf diese Zielgruppe legen. „Das sind immerhin 60 Prozent der Österreicher“, sagt Scharting. Hier wolle man stärker auf Individualität setzen. „Die Anforderungen am Berg sind andere als etwa in Wien“, sagt der Sport-2000-Chef.

Laut der „Sport Insights“-Umfrage fahren 49 Prozent jener, die mindestens fünfmal im Monat Sport betreiben, mit dem Fahrrad, dem Mountainbike oder dem E-Bike; 31 Prozent laufen; 23 Prozent treiben Fitness-Sport und jeweils 19 Prozent zählen sich zu Outdoor- und Wintersportlern. Wobei sich vor allem beim Wintersport ein Abwärtstrend zeige. Der Großteil der Wintersportler beitreibe diesen bereits seit Jahrzehnten, nur ein Prozent habe erst in den vergangenen drei Jahren begonnen. „Wir müssen branchenübergreifend überlegen, wie wir dem entgegenwirken“, sagt Schwarting. Ex-Skirennläufer und Sport-2000-Testimonial Hans Knauss sieht den Schulsport gefordert: „Wir haben die Aufgabe, junge Leute wieder aufs Land zu bekommen.“

2018 haben die 283 Sport-2000-Händler ihre Umsätze um sechs Prozent auf 533 Mio. Euro gesteigert. Laut Schwarting sollen heuer 50 Händler dazukommen. Intersport (31 Prozent), Sport 2000/Giga­sport (29 Prozent) und Hervis (20 Prozent) teilen sich den Großteil des heimischen Marktes auf, zeigen Zahlen des Standortberaters Regio­data. Die britische Diskontkette Sports Direct liegt mittlerweile unter sieben Prozent, will aber am Standort Österreich festhalten, wie das Unternehmen gestern mitteilte. (ecke)