Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 31.12.2018


Österreich

Handel: Nur im Netz gibt es Zuwächse

Während der Internet-Einzelhandel ein Plus von fünf Prozent verbuchen dürfte, rechnet der stationäre Einzelhandel mit einem Minus.

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Wien, Innsbruck – Noch liegen die endgültigen Zahlen nicht vor, aber die bisherigen Ergebnisse im Weihnachtsgeschäft zeigen: Während der Handel um jeden Euro kämpft, legt das Online-Geschäft weiter zu. „Der österreichische Online-Handel entwickelte sich erneut deutlich dynamischer als der stationäre Einzelhandel“, analysiert Iris Thalbauer, Geschäftsführerin der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Besonders schwierig sei die Situation für den Modehandel, der vor großen Umbrüchen steht. Hier wird der Online-Betrieb immer mehr zur Konkurrenz. Alles in allem falle das Wachstum mit einem Plus von fünf Prozent geringer aus als im Vorjahr, da waren es sieben Prozent.

In Summe sei heuer mit Weihnachtsumsätzen in Höhe von rund 112 Mio. Euro zu rechnen. Das wäre ein Plus von rund fünf Mio. Euro. Der Internet-Einzelhandel wird damit knapp sieben Prozent zum gesamten Weihnachtsgeschäft im heimischen Einzelhandel beitragen. Damit werden immer noch 93 Prozent des Weihnachtsgeschäfts in Österreich im stationären Einzelhandel erwirtschaftet. Allerdings verzeichnete der stationäre Einzelhandel laut KMU Forschung Austria im bisherigen Weihnachtsgeschäft österreichweit einen Umsatzrückgang von einem Prozent. Unter Berücksichtigung der Jahresinflation von rund zwei Prozent falle der Rückgang noch deutlicher aus, so WKÖ-Handelsexperte Roman Seeliger. Im Westen Österreichs (Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Vorarlberg) konnte allerdings das hohe Vorjahresergebnis wieder knapp erreicht bzw. leicht übertroffen werden.

2017 wurden österreichweit immerhin Weihnachtsumsätze von 1,65 Mrd. Euro verbucht. Bis zum Ende des heurigen Jahres rechnet die KMU Austria mit einem Umsatz von 1,64 Mrd. Euro – das wäre insgesamt ein Minus von 0,5 Prozent gegenüber 2017. Das Weihnachtsgeschäft ist für den Handel aber noch nicht gelaufen, denn die Händler rechnen bis zum 5. Jänner – nicht zuletzt wegen der Gutscheine, die nach dem Fest eingelöst werden. (hu, TT, APA)