Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 04.01.2019


Markt

Immo-Preise steigen weiter, Mieten bleiben heuer stabil

Preise für Immobilien-Eigentum in Tirol sollen heuer deutlich steigen, erwarten Immobilienmakler. Mieten könnten teilweise sogar sinken.

Die Immobilienpreise in Tirol sollen heuer laut einer Befragung von Immobilienmaklern unter den Österreich-Durchschnitt steigen.

© iStockphotoDie Immobilienpreise in Tirol sollen heuer laut einer Befragung von Immobilienmaklern unter den Österreich-Durchschnitt steigen.



Von Stefan Eckerieder

Wien, Innsbruck – Geht es nach einer Befragung von Immobilienmaklern im Maklerverbund Remax, werden die Preise vieler Eigentumsimmobilien auch heuer wieder kräftig anziehen. Insgesamt sollen die Preise in Tirol mit 2,6 Prozent unter dem Bundesschnitt von 3,6 Prozent anziehen, Mieten aber stabil bleiben.

Demnach zieht es die Tiroler vermehrt an den Stadtrand, wo es bei Eigentumswohnungen ein Nachfrageplus von 4,3 Prozent geben werde und die Preise um 4,9 Prozent in die Höhe schnellen sollen, schreiben die Makler in ihrem Vorausblick 2019. Der Zuzug nach Innsbruck sei ungebrochen groß, das Angebot von geförderten und preiswerten Eigentumswohnungen jedoch äußerst gering, sagt Remax-Innsbruck-Chef Arno Wimmer. „Die Preise für Eigentum übersteigen das Budget vieler Interessenten“, sagt Wimmer. Auch im frei finanzierten Bereich am Stadtrand sei mit Quadratmeterpreisen von 3500 bis 4000 Euro und mehr zu rechnen. „Bei unsanierten Wohnungen, also im unteren Preissegment, sind die Preise in etwa gleichbleibend“, sagt der Makler. Für Eigentumswohnungen in zentralen Lagen wird eine Preissteigerung um 3,8 Prozent erwartet, für Wohnungen am Land 2 Prozent. Bei hohen Betriebskosten, Sanierungsaufwand oder unattraktivem Umfeld würden sogar Preisreduktionen verzeichnet.

Auch die Nachfrage nach Einfamilienhäusern steige um 4,3 Prozent, das Angebot sinke hingegen. Die Preise dürften demnach um 3,8 Prozent steigen, glauben die Makler. Starke Nachfrage bestehe weiter nach Baugrundstücken für Einfamilienhäuser, was auch in diesem Bereich einen starken Preisanstieg zur Folge habe.

Die neu abgeschlossenen Mieten sollen am Stadtrand um moderate 0,8 Prozent steigen, in Landgemeinden könnten sie hingegen sogar um 0,8 Prozent sinken. Wimmer erwartet, dass Kurzfristvermietungen über Plattformen wie Airbnb dem Markt weiter Wohnungen entziehen werden. Er rechnet jedoch mit politischen Maßnahmen gegen diesen Trend.

Auch in den Bezirken Innsbruck-Land und Schwaz sei die Nachfrage nach Wohnimmobilien weiter größer als das Angebot. Der Trend habe sich aufgrund des Zuzugs aus Innsbruck im zweiten Halbjahr 2018 weiter verstärkt, sagt Bernd Senn, Remax-Partner, in Telfs und Schwaz. Auch dort dürften die Immo-Preise anziehen.

Kitzbühel werde von den regionalen Käufern und den Käufern von Luxusimmobilien dominiert. Eigentumswohnungen außerhalb der Stadt würden zwischen 3500 Euro und 6000 Euro pro m2 gehandelt, jene in der Stadt über 9000 Euro. Die Nachfrage nach Zweitwohnsitzen sei gestiegen, damit auch die Preise. Luxusimmobilien bewegen sich laut Remax in der Preisklasse über 10.000 Euro pro m2.

Bundesweit sollen die Immobilienpreise auch 2019 über der Inflationsrate steigen, insbesondere im günstigsten Segment. Besonders gefragt seien auch hier Baugrundstücke. Sinkende Preise gebe es bei Geschäftslokalen, Büroflächen, Betriebsgebäuden und Ferienwohnungen.

Kritik an der Preisprognose übt der Innsbrucker Immobilienmakler und Innreal-Chef Gebhard Jenewein. Er geht gegenüber der TT zwar auch von moderaten Preissteigerungen am Immo-Markt aus, hegt aber die Befürchtung, dass kommagenaue Vorhersagen die Preisvorstellungen der Verkäufer „in die Höhe treiben“. Remax entgegnet Kritikern mit einer eigenen Erhebung, wonach die Prognosen sich in den vergangenen Jahren einige Zehntelprozentpunkte unterhalb der tatsächlichen Preissteigerungen bewegt hätten.

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