Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 12.01.2019


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Reisen: Tiroler lieben Italien, Türkei wieder im Kommen

Die Tiroler Reisebürobranche blickt optimistisch ins neue Jahr. Der Trend zu mehr, aber dafür kürzeren Reisen hält an.

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Innsbruck – Rund 80 Prozent der Tiroler buchten 2018 eine Reise. Dabei zeigt sich ein für die Branche erfreulicher Trend: Es wird wieder vermehrt im Reisebüro gebucht. Und das sei ein nachhaltiger Trend, der sich weiter verstärken würde.

Der Sprecher der Reisebüros Andreas Köll (li.) und Fachgruppengeschäftsführer Bernhard Wanner sehen die Tiroler Reisebüros im Aufwind.
Der Sprecher der Reisebüros Andreas Köll (li.) und Fachgruppengeschäftsführer Bernhard Wanner sehen die Tiroler Reisebüros im Aufwind.
- WK Tirol

Das liebste Urlaubsziel der Tiroler ist nach wie vor Italien, gefolgt von Urlaub in Österreich. Um Platz drei kämpfen Kroatien und – überraschenderweise – Deutschland. „Letzteres ist auch der Tatsache geschuldet, dass der Trend weiterhin in Richtung mehrere, aber dafür kürzere Urlaubsreisen geht“, erläutert der Fachgruppensprecher. Bei den Flugreisen dominieren Griechenland und die Türkei. „Wir freuen uns sehr, dass es bald wieder Direktflüge von Innsbruck nach Antalya geben wird. Schon rein preislich gesehen wird das sicher bald wieder ein Renner werden“, so Kröll. Bei den Fernreisen sind die USA am gefragtesten, gefolgt von Südostasien und den Malediven. Auch Kreuzfahrten boomen, sind die Preise dafür in den letzten Jahren doch stark gefallen. „Das Angebot ist enorm gewachsen und der Konkurrenzdruck unter den Anbietern ist mörderisch“, erklärt Kröll den Preisverfall.

Generell blicke die Branche sehr optimistisch in das neue Jahr. „Wir sehen jetzt schon, dass wir das rekordträchtige Jahr 2018 heuer halten, vielleicht sogar toppen können“, erläutert Bernhard Wanner, Fachgruppengeschäftsführer der Reisebüros in der Wirtschaftskammer Tirol. Als „positiv“ bezeichnet Wanner das im Juli 2018 in Kraft getretene Pauschalreisegesetz, das den Schutz der Kunden, die in Reisebüros buchen, massiv gestärkt habe.

Ein Wermutstropfen sei, dass es zwar steigende Umsätze gebe, die Erträge aber im Verhältnis relativ niedrig seien. Zum einen sei das der Tatsache geschuldet, dass die Branche in Tirol sehr klein strukturiert ist, aber zum anderen auch, dass der bürokratische und finanzielle Aufwand stark gestiegen sei. „Ein großer Teil der 285 Reisebüros in Tirol hat sich erfolgreich in Nischen bzw. mit Spezialangeboten etabliert. Und das ist naturgemäß enorm beratungsintensiv“, betont Wanner. (hu)