Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 17.01.2019


Markt

Weltgrößte Agrarmesse mit Rekordbeteiligung

Rund 1800 Aussteller aus 61 Nationen zeigen vom 18. bis zum 27. Jänner auf der „Grünen Woche“ in Berlin ihre Produkte und die neuesten Trends.

Die Grüne Woche, die weltweit größte Agrarmesse, ist auch eine kulinarische Weltreise. 2019 ist Finnland das Partnerland der Messe.

© Messe Berlin / Volkmar OttoDie Grüne Woche, die weltweit größte Agrarmesse, ist auch eine kulinarische Weltreise. 2019 ist Finnland das Partnerland der Messe.



Berlin — Die weltgrößte Agrarmesse beginnt an diesem Freitag mit Rekordbeteiligung. Auf der „Grünen Woche" in Berlin präsentieren 1750 Aussteller aus 61 Ländern ihre Produkte aus Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau. Regionale Produkte, ökologische und vegane Ernährung sowie fairer Handel zählten auch 2019 zu den Trends, sagte Messechef Christian Göke. Bis zum 27. Januar werden rund 400.000 Besucher erwartet. Die Messe ist vor allem bei der Berliner Bevölkerung überaus beliebt, bringt sie doch die Möglichkeit, Speisen aus der ganzen Welt verkosten und kaufen zu können.

Tirol ist auf der Grünen Woche in Berlin traditionell stark vertreten. Von den 37 österreichischen Messeständen verkaufte auf der letztjährigen Messe knapp jeder vierte Tiroler Lebensmittel. Generell ist Deutschland der wichtigste Abnehmer heimischer Lebensmittel. Alleine „Bio vom Berg" exportierte 2017 laut eigenen Angaben rund 100.000 Kilo Bio-Käse in das nördliche Nachbarland. Insgesamt gehen rund 35 Prozent der österreichischen Agrarexporte nach Deutschland.

Ein Thema auf der Messe dürfte auch der Brexit sein. So meinte Bauernpräsident Joachim Rukwied gestern bei einer Pressekonferenz, die Lebensmittelwirtschaft gehe verhalten zuversichtlich in das neue Jahr, fürchte aber Einbußen und Arbeitsplatzverluste durch einen ungeordneten EU-Austritt Großbritanniens. Die Ernährungsbranche hoffe aber, dass es doch noch Vereinbarungen gibt, liege doch der Agrar-Exportüberschuss Deutschlands im Handel mit Großbritannien bei rund 3,5 Mrd. Euro und sei fast doppelt so groß wie der gesamte Exportwert in die USA.

Begleitet wird die Messe auch von Debatten darüber, wie Tiere und Natur besser geschützt werden können. Und auch die Kennzeichnung von Lebensmitteln ist ein heiß diskutiertes Thema. Die deutschen Verbraucherzentralen forderten unter anderem, bei Brot und Brötchen irreführende Werbung mit Fantasienamen wie „Fitmacherbrot" oder „Sportlerbrot" zu verhindern.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt rief gestern die Messebesucher auf, an den Ständen auch nachzuhaken, wie es den Beschäftigten in den Betrieben gehe. So gebe es Missstände beim Arbeits- und Gesundheitsschutz. Erntehelfer aus dem EU-Ausland müssten die gleichen Rechte haben wie einheimische Kräfte, forderte die Gewerkschaft. (dpa, TT)