Letztes Update am Fr, 15.02.2019 14:18

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Konjunktur

Bank-Austria-Konjunkturindikator: Trübe Aussichten für die Wirtschaft

Die Stimmung in der österreichischen Wirtschaft ist auf dem tiefsten Stand seit zwei Jahren. Es wird ein gedämpftes Wirtschaftswachstum für 2019 erwartet. Die Arbeitslosenquote stagniert.

Symbolfoto.

© Thomas BöhmSymbolfoto.



Wien – Die trübere Stimmung in der österreichischen Wirtschaft schlägt sich auf die Konjunkturprognose für das Jahr 2019 nieder. Es wird nur ein leichter Anstieg von 1,6 Prozent erwartet. Internationale Wirtschaftskonflikte machen vor allem der Exportwirtschaft zu schaffen. Die Abkühlung der Konjunktur wird sich auch auf den Arbeitsmarkt auswirken, prognostizierte die Bank Austria am Freitag.

Der „UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator“ ist im Jänner 2019 auf 2,6 Punkte gesunken, das ist ein Tiefstand nach dem Allzeithoch Ende 2017, als der Indikator noch bei knapp 4,6 Punkten lag. Für 2019 wird ein BIP-Anstieg von 1,6 Prozent vorausgesagt - 2020 sollen es nur mehr 1,5 Prozent sein.

Geopolitische Situation trübt Stimmung

Vor allem internationale Spannungen trüben die Aussichten der Experten und belasten die heimische Exportwirtschaft. Dazu gehören der andauernde Handelskonflikt zwischen China und den USA, die unklaren Aussichten auf den Brexit, Sanktionen gegen Russland oder die schwächelnde türkische Wirtschaft. Positive Stimmung herrscht hingegen noch im Dienstleistungssektor und der Bauwirtschaft.

Der Anstieg der Investitionen wird daher von 3,4 Prozent im Vorjahr, auf heuer 2,1 Prozent zurückgehen. Der heimische Privatkonsum sinkt ebenfalls von 1,6 Prozent auf 1,4 Prozent.

Die erwartete Konjunkturabkühlung wird Mitte des Jahres auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben. Die bis dato rückläufigen Arbeitslosenzahlen werden voraussichtlich stagnieren. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote liegt aktuell bei rund 7,4 Prozent und wird laut den Ökonomen der Bank Austria für die Jahre 2019 und 2020 auf diesem Niveau bleiben.

Niedriger Ölpreis dämpft Inflation

Einen Rückgang wird es hingegen bei der Inflation geben. Nach einer durchschnittlichen Teuerung von 2,0 Prozent im Jahr 2018, soll sie heuer auf 1,8 Prozent fallen. Für den schwächeren Preisauftrieb verantwortlich gemacht wird vor allem der niedrige Ölpreis.

Aufgrund dieser Faktoren erwarten die Experten der UniCredit Bank Austria auch nicht, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins in unmittelbarer Zeit erhöht. „Innerhalb unseres Prognosehorizonts bis Ende 2020 erwarten wir mittlerweile keine Leitzinserhöhung durch die EZB“, so Chefökonom Stefan Bruckbauer. (APA)


Mehr Artikel aus dieser Kategorie

SymbolfotoWirtschaftswachstum
Wirtschaftswachstum

Weltwirtschaft wächst langsamer, IWF senkt Prognose erneut

Der IWF senkte seine Vorhersage heuer bereits zum dritten Mal leicht senken. Im April hatte der Fonds noch ein Wachstum von 3,3 Prozent vorausgesagt.

nur vier Modelle ließen sich nicht knacken. Konsumentenschutz
Konsumentenschutz

ÖAMTC: „Keyless-Go“-Schließsysteme nach wie vor viel zu leicht zu knacken

Der ÖAMTC hat die sogenannten „Keyless-Go“-Schließsysteme von 273 Autos untersucht. Der Automobilclub beklagt, dass die Hersteller die bekannten Sicherheitsl ...

(Symbolfoto)Konjunktur
Konjunktur

Konjunkturschwäche und Zollstreit verhageln deutschen Firmen die Bilanz

Brexit, Handelskonflikte und Sanktionen beeinträchtigen zunehmend die Geschäfte. Vor allem die Metallindustrie und Auto- und Maschinenbauer sind vom Konjunkt ...

Anders als die Kenn­zeichnung vieler Produkte verspricht, sind die Bambusbecher nicht recycel­bar.Konsumentenschutz
Konsumentenschutz

Stiftung Warentest: „Finger weg von Bambusbechern“

Die meisten Produkte seien schadstoffbelastet oder von geringem ökologischen Nutzen. Stiftungwarentest beklagt zudem falsche Werbeversprechen.

SymbolfotoGeldpolitik
Geldpolitik

EZB: Firmen kamen im Frühjahr etwas schwerer an Kredite

Die Geldhäuser haben auf Grund der sich eintrübenden Konjunktur die Standards für Firmendarlehen verschärft. Bei Verbraucherdarlehen wird wieder mit einer Lo ...

Weitere Artikel aus der Kategorie »