Letztes Update am Fr, 12.04.2019 09:21

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Konsumentenschutz

Kredite mit Minuszinsen: Konsumenten zahlen mit ihren Daten

Finanzdienstleister locken Konsumenten mit Minuszinsen für Privatkredite. Dabei werden die Daten der Kunden aber an andere Anbieter weiterverkauft.

Symbolfoto.

© PantherStockSymbolfoto.



Frankfurt – Es klingt verlockend: Leihen Sie sich 1000 Euro und zahlen nur 800 zurück. Und tatsächlich haben diese Angebote für „lukrative“ Privatkredite in Wahrheit ihren Preis.

Aus Sicht von deutschen Konsumentenschützern handelt es sich dabei tatsächlich um Marketingmaßnahmen, die vor allem sensible und lukrative Kundendaten einbringen sollen. „Solche Daten sind Gold wert– und deshalb ein ziemlich hoher Preis für den Konsumenten, sei das Minuszins-Angebot noch so verlockend“, argumentiert Kerstin Schultz, Finanzmarktwächterin bei der Verbraucherzentrale Sachsen.

Daten werden sofort weiterverkauft

Den Angaben zufolge beschwerten sich Verbraucher, dass sie nach der Eingabe persönlicher Daten massenhaft unaufgeforderte Alternativ-Kreditangebote erhalten hätten. Die Daten werden nicht nur an den Anbieter des Minuszins-Kredits weitergeleitet, sondern auch an andere Banken und weitere Kreditvermittler, die mit den Portalen zusammenarbeiten, wie die Marktwächter erläuterten.

Die potenziellen Kunden hatten nach Eingabe der Kontaktdaten den Angaben zufolge eine Einwilligungserklärung zur Nutzung ihrer Daten abgegeben. Diese gelte auch, wenn der Prozess abgebrochen werde. „Dies scheint vielen Verbrauchern aber nicht bewusst zu sein“, sagte Schultz. Generell gilt: Die Konditionen für ein Darlehen hängen von der persönlichen Kreditwürdigkeit des Verbrauchers ab.

Mehrere Interessenten beantragten die Löschung ihrer Daten und entzogen ausdrücklich die Werbeerlaubnis. Sie bekamen dafür eine Bestätigung. Dennoch erhielten sie den Angaben zufolge weiterhin Angebote per Email und SMS. (dpa)