Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 13.04.2019


Registrierung

Prepaid-Registrierung als Geschäft für Handyshops

Obwohl die Registrierung von Wertkartenhandys von den Mobilfunkern gratis angeboten wird, verlangen Handyshops teils hohe Gebühren.

Ab Herbst muss jeder Nutzer von Wertkartenhandys registriert sein. Das neue Gesetz entpuppt sich als Einnahmequelle für Handyshops.

© iStockphotoAb Herbst muss jeder Nutzer von Wertkartenhandys registriert sein. Das neue Gesetz entpuppt sich als Einnahmequelle für Handyshops.



Von Stefan Eckerieder

Innsbruck – Ab 1. September 2019 ist es für Nutzer von Wertkartenhandys mit der Anonymität vorbei. Bis dahin müssen Prepaid-Handys namentlich registriert werden. Wer die Karte neu kauft, muss dies bereits seit Jahresbeginn tun, für bestehende Nutzer ist der 1. September der Stichtag. Wer sich bis dahin nicht registriert, kann die Karte nicht mehr aufladen. Doch während die Mobilfunker betonen, dass die Registrierung gratis ist, machen zahlreiche Handyshops ein gutes Geschäft mit dem neuen Gesetz.

Ein Konsument (Name der Redaktion bekannt) berichtet gegenüber der TT, dass er für die Registrierung seiner bestehenden Telering-Wertkarte in einem Handyshop in Innsbruck 15 Euro bezahlt hat. „Als langjähriger Kunde hat mich das geärgert.“ Erst bei einem Anruf bei Telering wurde ihm mitgeteilt, dass die Registrierung eigentlich gratis ist. „In unseren Shops ist das grundsätzlich gratis“, sagt eine Sprecherin der Telering-Mutter T-Mobile. Jedoch stehe es Vertragsshops frei, eine Gebühr zu verlangen.

In Österreich gibt es rund zwei Millionen nicht registrierte Wertkartenhandys, sagte kürzlich Michael Krammer, Chef des Diskont-Mobilfunkers HoT. Laut einer HoT-Umfrage wissen rund zwei Drittel der Wertkartennutzer nicht, dass sie sich bis Herbst registrieren lassen müssen.

Das dürften sich HandyshopBetreiber zunutze machen. Auch bei der Arbeiterkammer gab es bereits Beschwerden, erklärt AK-Konsumentenschützer Christian Schuster-Wolf. „Wir haben vereinzelte Anfragen. Auch dabei waren es Drittshops, die Gebühren verlangten.“ Die Arbeiterkammer rät dazu, „am besten auf der Website des Providers nachzusehen und sich dort die Informationen zu suchen, wie man die Wertkarte gratis registrieren lassen kann“.

Hintergrund ist eine Gesetzesänderung im Zuge des so genannten Sicherheitspakets der ÖVP-FPÖ-Regierung. Durch die namentliche Registrierung der Wertkartenhandys soll die Strafverfolgung erleichtert werden. Das Gesetz steht jedoch in der Kritik, weil in zahlreichen EU-Ländern Wertkartentelefone, mit denen man auch in Österreich telefonieren kann, nicht registriert werden müssen. Kriminelle könnten somit auf ausländische Prepaid-Karten ausweichen, um ihre Anonymität zu wahren.

Für Konsumenten stehen zur Registrierung mehrere Möglichkeiten offen. Entweder persönlich bei einem offiziellen Shop der Mobilfunker, die Online-Registrierung mittels Smartphone, Tablet oder Laptop. Nutzer von Onlinebanking können sich auch über ihr Bankkonto registrieren. Grundsätzlich ist die Registrierung für Konsumenten kostenlos. Die meisten Mobilfunkanbieter gehen von einem Kostenaufwand von etwa 5 Euro pro Kunde aus. Laut Gesetz haben Mobilfunker Anspruch auf Kostenersatz vom Staat. Dabei werden rund 80 Prozent der Kosten erstattet. Indirekt zahlt also der Steuerzahler für die gesetzliche Änderung. Elektronikfachhändler und die Post bieten auch die Möglichkeit einer Registrierung, jedoch nur gegen Gebühr.