Letztes Update am Fr, 12.04.2019 15:51

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nahrungsmittelindustrie

Produktion heimischer Nahrungsmittel 2018 leicht gebremst

Die Nahrungsmittelerzeuger haben die Produktion 2018 leicht gesteigert, Das geringe Umsatzplus im Inland glich die Branche mit mehr Auslandsabsatz.

Die Exportüberschüsse mit Milchprodukten und mit Fleischwaren können den steigenden Import von Gemüse, Gewürzen und Fisch nicht mehr ausgleichen. (Symbolfoto)

© TT/Thomas BöhmDie Exportüberschüsse mit Milchprodukten und mit Fleischwaren können den steigenden Import von Gemüse, Gewürzen und Fisch nicht mehr ausgleichen. (Symbolfoto)



Wien – Die heimischen Nahrungsmittelerzeuger haben ihre Produktion 2018 um 2,4 Prozent gesteigert, stärker als im Schnitt der letzten zehn Jahre. Gebremst wurde das Umsatzplus durch die schwache Erzeugerpreisentwicklung. Nominell wuchs der Branchenumsatz nur knapp 2 Prozent auf 18,1 Mrd. Euro. Das geringe Umsatzplus im Inland glich die Branche mit mehr Auslandsabsatz aus, so die Bank Austria am Freitag.

Für 2019 seien die Erwartungen der Branche überwiegend positiv, heißt es in einem neuen Bericht der Bank zu dem Sektor. Zu Jahresbeginn sei die Nahrungsmittelerzeugung in Schwung geblieben. Im Jänner habe man 3,5 Prozent Produktionsplus verbucht und im gesamten ersten Quartal im Schnitt 2,1 Prozent Beschäftigungsplus.

Importe von Gemüse, Fisch und Gewürzen stiegen kräftig

Zwar würden die aktuellen Firmenbefragungen eine Abkühlung signalisieren, in Summe aber noch ein positives Konjunkturbild. Die Hersteller-Produktionserwartungen für die nächsten Monate seien etwas pessimistischer, aber mehrheitlich positiv gestimmt. Die wichtigsten Determinanten der Inlandsnachfrage – Einkommen und Konsum – würden 2019 und 2020 schwächer wachsen als 2018, aber langfristig noch immer über Durchschnitt.

Der exportorientierte Teil der Nahrungsmittelerzeuger sei kurz-und langfristig erfolgreicher als die gesamte Branche. Dennoch sei die traditionell negative Außenhandelsrechnung mit Nahrungsmitteln zuletzt noch tiefer ins Minus gerutscht: 2018 standen 8,1 Mrd. Euro Nahrungsmittelexporten Importe von 9,8 Mrd. Euro gegenüber, in Summe blieb ein Minus von 1,7 Mrd. Euro.

„Österreichs Außenhandelsdefizit mit Nahrungsmitteln wächst, weil die Exportüberschüsse mit Milchprodukten und mit Fleischwaren den steigenden Import von Gemüse, Gewürzen und Fisch nicht mehr ausgleichen können“, so die Bank Austria. Grund sei, dass die überaus stark gestiegene Nachfrage im Inland nach Obst und Gemüse nicht mehr selbst zu decken sei. (APA)