Letztes Update am Mi, 17.04.2019 09:55

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Exklusiv

Sepctra-Umfrage: Längstes Stimmungshoch mit mehr Wolken

Ungeachtet der sich zuletzt eingetrübten weltweiten Konjunktur bleibt die Wirtschafts- und Konsumentenstimmung in Österreich sehr gut.

Die Kauflust in Österreich bleibt ungebrochen.

© RottensteinerDie Kauflust in Österreich bleibt ungebrochen.



Von Alois Vahrner

Linz, Innsbruck – Schon seit 1992, also seit 27 Jahren, erhebt die Linzer Spectra Marktforschung mit dem Wirtschaftsbarometer das aktuelle Konjunktur- und Konsumklima in Österreich. Dieses ist zwar nicht mehr ganz so gut wie zum Höchstwert vor einem Jahr, aber immer noch deutlich im grünen Bereich: Noch immer erwarten 28 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher (Spectra befragte für die OÖN, die TT und die anderen Bundesländer-Tageszeitungen bundesweit repräsentativ mehr als 2000 Personen), dass es mit der Konjunktur noch weiter nach oben gehen wird. Mitte 2015 gab es im Vergleich dazu erst 8 Prozent Optimisten, Ende 2016 auch erst 13 Prozent. Gleichzeitig liegt der Anteil der Pessimisten bei weiterhin nur 14 Prozent, Mitte 2015 waren es noch 45 Prozent gewesen, Ende 2016 noch 32 Prozent. Ein gleichbleibendes Konjunkturklima erwarten zurzeit 52 Prozent.

Die eigene Stimmungslage im Sinne eines Wetterberichts bezeichnen 18 Prozent als einen strahlend blauen Himmel, weitere 49 Prozent mit sonnig und 26 Prozent mit leicht bewölkt. Stark bewölkt bzw. regnerisch ist die Stimmung bei nur sechs Prozent. Den kommenden zwölf Monaten blicken gleich 70 Prozent mit Zuversicht und 22 Prozent mit Sorge entgegen (acht Prozent legten sich nicht fest).

Deutlich weniger als vor dem Konjunkturboom, aber noch immer 39 Prozent betonen, sie würden sparsamer mit ihrem Geld umgehen. 24 Prozent wollen und werden nicht sparen, 35 Prozent wollen sich teilweise einschränken bzw. mehr oder gleich viel ausgeben. Mit ihrem Einkommen mehr leisten als vor einem Jahr können sich laut Umfrage elf Prozent, 57 Prozent gleich viel und immerhin 27 Prozent weniger.

- TT-Grafik

Mit Blick auf den Arbeitsmarkt rechnen je 22 Prozent heuer mit steigenden bzw. sinkenden Arbeitslosenzahlen. 50 Prozent gehen von einer stabilen Situation aus. In Tirol, das diesbezüglich die beste Entwicklung aller Bundesländer hatte, sinken die Arbeitslosenzahlen seit mittlerweile zweieinhalb Jahren

Der Staat solle mehr sparen, sagen 19 Prozent der Befragten. Er solle mehr als bisher investieren bzw. Geld ausgeben, finden hingegen 26 Prozent. Für 53 Prozent muss der Staat den Spagat, gleichzeitig zu sparen und auch mehr zu investieren, hinbekommen. Immerhin insgesamt 68 Prozent der Befragten sehen Österreich als ein Land mit sehr hohem bzw. hohem Wohlstand, 28 Prozent orten mittleren Wohlstand. Wenig Wohlstand sehen nur vier Prozent.

„Der Bevölkerung geht es gut, das zeigt sich sowohl beim Privatkonsum als auch bei den Optimismus-Werten. Dass die Zahl der Optimisten jene der Pessimisten übersteigt, ist bereits das siebte Quartal in Folge der Fall. Das hat es bisher noch nicht gegeben“, sagt Spectra-Chef Peter Bruckmüller. Dass die vielen globalen Baustellen, von China, den USA bis zum Brexit, noch keinen Stimmungs-Niederschlag finden, sei „sehr bemerkenswert“.

Mateschitz weiter auf Platz eins

Im Rahmen des Wirtschaftsbarometers hat Spectra die Bevölkerung auch nach ihrer Meinung über die führenden Wirtschaftskapitäne im Land abgefragt. Wie schon seit Jahren bleibt Red Bull-Chef Didi Mateschitz ganz klar auf dem ersten Platz der Beliebtheitsskala: 66 Prozent der Befragten haben eine gute Meinung vom Selfmade-Dosenmilliardär, nur acht Prozent eine schlechte. Das ergibt einen Positivsaldo von 58.

Mit großem Rückstand auf Platz 2 kommt Bauunternehmer Hans-Peter Haselsteiner (Saldo plus 17), gefolgt vom Industriellen Hannes Androsch (plus 15) und dann voestalpine-Chef Wolfgang Eder und Immobilien-Tycoon Rene Benko (je plus 13). Erste-General Andreas Treichl kommt auf plus 12. Die Sozialpartner-Größen Wolfgang Katzian (ÖGB), Harald Mahrer (WK) und Renate Anderl liegen mit plus 9, 6 und 5 relativ knapp beisammen. Die rote Laterne trägt ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz mit einem Saldo von minus 12.

Von den nur im Bundesland selbst abgefragten Tiroler Wirtschaftsgrößen führt Glaspapst Georg Riedel mit einem Saldo von plus 32 knapp vor Speckkaiser Karl Handl mit plus 29 und Markus Langes-Swarovski mit plus 27. ÖSV-Präsident und Multi-Unternehmer Peter Schröcksnadel liegt bei plus 14. (va)