Letztes Update am Di, 07.05.2019 12:00

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Preispolitik

Kräftige Gebührenerhöhungen: Arbeitkammer kritisiert Banken

Die kräftigsten Ausreißer orteten die AK-Tester beim Kassageschäft (Schalter) und Zahlungsverkehr.

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Wien – Ein Großteil der Banken hat bei den Spesen teils kräftig an der Preisschraube gedreht und mehrere Erhöhungen vorgenommen. Das kritisiert die Arbeiterkammer (AK) anhand ihres neuesten Bankenmonitors, erstellt im Jahresvergleich bei zwölf Banken in Wien. „Im Durchschnitt wurden rund zwölf Preise um 4,41 Prozent angehoben“, so AK-Konsumentenschützer Martin Korntheuer am Dienstag in einer Aussendung.

Verglichen wurden Preise von 53 Dienstleistungen wie etwa Zahlungsverkehr, Sparen, Kredit oder Wertpapiere. Die Arbeiterkammer fordert mehr Transparenz für die Kunden und eine gerechte Preispolitik bei Zahlungsverkehrsdienstleistungen. Überziehungszinsen bei Girokonten müssten gedeckelt werden. Bei Girokonten, Krediten und Sparbüchern brauche es klare Zinsanpassungsklauseln für Soll- und Habenzinsen. Und: „Viele Entgelte, vor allem für Dienstleistungen in Selbstbedienung, müssen preisgünstiger werden“, fordert die AK.

Empfindliche Preissprünge

Zum Teil wurden Gebühren auch gesenkt. Der AK-Bankenmonitor zeigt aber vor allem einzelne, teilweise richtig empfindliche Preissprünge. Die Volksbank Wien habe trotz mehrmaliger Nachfragen der Arbeiterkammer keine Preisaushänge übermittelt.

Sieben der zwölf untersuchten Banken haben zwischen vier (BAWAG P.S.K.) und 26 (Generali Bank) Preise oder Entgelte erhöht. „Vier Banken haben nicht an der Preisschraube gedreht: easybank, ING, Santander Consumer und WSK Bank“, lobt die AK. Drei Banken (Bank Austria, Erste Bank, HYPO NOE) haben Gebühren gesenkt, auch wenn sie gleichzeitig Spesen erhöht haben.

Bareinzahlungen kräftig gestiegen

Die kräftigsten Ausreißer orteten die AK-Tester beim Kassageschäft (Schalter) und Zahlungsverkehr. „So stieg bei der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien die Gebühr für eine Bareinzahlung am Schalter auf ein fremdes Raiffeisen-Konto von 3,50 um fast 86 Prozent auf 6,50 Euro“, sagt Korntheuer. „Bei der HYPO NOE müssen Kunden nun 2,50 Euro für eine Barauszahlung an der Kassa von ihrem eigenen Konto berappen. 2017 waren es noch 1,55 Euro - eine Steigerung um satte 61,29 Prozent.“ Die auffälligste Erhöhung nahm laut AK ebenfalls die HYPO NOE vor, indem sie die Gebühr für eine Buchung mittels Erlagschein (beleghafte Überweisung) von 93 Cent auf 2,50 Euro hinaufschraubte - eine Steigerung um 168,82 Prozent.

Im Kassageschäft sind bei BAWAG P.S.K. und Bank Austria die Gebühren für Bareinzahlungen auf institutseigene und institutsfremde Konten (Zahlscheinzahlungen) um bis zu 18,52 Prozent gestiegen. So müssen bei Einzahlungen auf ein Konto, das nicht bei der BAWAG P.S.K. geführt wird, statt 5,40 nun 6,40 Euro bezahlt werden. Die Bank Austria verlangt bei einer Bareinzahlung auf ein fremdes Konto statt bisher sieben nun 7,50 Euro (plus 7,14 Prozent). (APA)

AK-Tipp:

Teure Kassatransaktionsspesen insbesondere mit einer unbaren Überweisung vom Girokonto können durch einen Eigenerlag auf das Konto kostenlos oder spesengünstig erledigt werden, so ein Tipp der AK. Auch das Verhandeln von Spesen ist demnach sinnvoll. Scheitern Gespräche, so ist im Fall strittiger Spesen der Gang zur bankeigenen Ombudsstelle, zur Verbraucherschlichtung (www.verbraucherschlichtung.at) oder zur Schlichtungsstelle der österreichischen Kreditwirtschaft (www.bankenschlichtung.at) möglich.