Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 09.05.2019


Markt

SUV-Käufer müssen mehr bezahlen

Ein Teil der Steuerreform liegt in Gesetzesform vor. Ökologisierung wird gefördert, Steuerbetrug bestraft.

Steuerlich begünstigt werden Hybrid-Fahrzeuge und Autos mit unterdurchschnittlichem CO2-Ausstoß.

© AFPSteuerlich begünstigt werden Hybrid-Fahrzeuge und Autos mit unterdurchschnittlichem CO2-Ausstoß.



Von Cornelia Ritzer

Wien – Klimaschoner sind Gewinner des Teils der Steuerreform, der gestern in Begutachtung geschickt wurde. Bei der Präsentation der geplanten Entlastungen war die Ökologisierung jener Punkt, für den ÖVP und FPÖ am meisten Kritik einstecken mussten. Die geplanten Maßnahmen seien zu wenig, sagen Kritiker. In den Gesetzesentwürfen werden die steuerlichen Maßnahmen zur Erreichung der Klimaziele konkretisiert. Die Erzeugung von selbst verbrauchtem Strom mittels Photo­voltaikanlagen wird von der Eigenstromsteuer befreit. Per Vergütung werden nachhaltig produzierter Wasserstoff und Biogas steuerfrei. Und umsatzsteuerbefreit wird für Firmen der Kauf von E-Bikes analog zu Elektro-Autos.

Wer sich ab 2020 ein neue­s Auto anschafft, wird die Umgestaltung der Normverbrauchsabgabe (NoVA) und motorbezogenen Versicherungssteuer zu spüren bekommen, bei der Berechnung wird der CO2-Ausstoß berücksichtigt. Das Anliegen von Finanzminister Hartwig Löger und Umweltministerin Elisabeth Köstinger (beide ÖVP): „Anstelle von neuen Verboten Anreize für umweltschonendes Verhalten einzuführen.“

Für Christian Pesau, Geschäftsführer der Automobil­importeure, ist die Anpassung der NoVA aufgrund des neuen Prüfzyklus sowie die Ökologisierung im Steuersystem „begrüßenswert“. Aber: „Auf den ersten Blick wird die NoV­A nicht wie versprochen aufkommensneutral angehoben, sondern in vielen Fällen zu Preiserhöhungen führen.“

Laut Entwurf soll für Pkw mit hohem CO2-Ausstoß der Malus-Betrag von derzeit 20 auf 40 Euro je g/km erhöht werden. Berechnungen ergeben, dass sich Käufer eines Skoda Octavia TSI 2180 Euro ersparen können, wer dagegen einen SUV der Marke VW Touareg will, muss mit 9050 Euro Mehrkosten (über zehn Jahre) rechnen.

Ebenfalls in Begutachtung ging ein Paket zur Bekämpfung von Steuerbetrug. Künftig wird die vorsätzliche Nichtabfuhr von Umsatzsteuer unter Strafe gestellt. Grenzüberschreitender Umsatzsteuerbetrug soll künftig in Österreich bestraft werden können, auch wenn das Delikt in einem anderen EU-Land begangen wurde. Außerdem sollen Verstöße gegen die Melde­pflicht im Bereich von Plattformen wie Airbnb mit Strafen bis zu 50.000 Euro bedroht werden. Von der Schließung der „Steuer­schlupflöcher“ erwartet das Finanzressort ein Plus 75 Millionen Euro in dieser Legislaturperiode.