Letztes Update am Di, 14.05.2019 14:53

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Haushaltsenergie

Strom und Gas-Wechselzahlen hoch, 4700 wechselten heuer in Tirol

Die Wechselrate in Tirol lag im ersten Quartal bei Strom bei 0,9 Prozent bzw. bei etwas mehr als 4.150 Kunden, bei Gas bei 1,2 Prozent bzw. 600 Kunden.

Wer seinen Strom- und Gaslieferanten wechselt, spart in Tirol derzeit rund 380 Euro inklusive Wechselrabatt.

© Erwin Wodicka - wodicka@aon.atWer seinen Strom- und Gaslieferanten wechselt, spart in Tirol derzeit rund 380 Euro inklusive Wechselrabatt.



Wien, Innsbruck — Trotz der jüngst angekündigten Strom- und Gaspreiserhöhungen in Ostösterreich ab Juni funktioniert aus Sicht der Energieregulators der Wettbewerb im Endkundenmarkt. Das zeige nicht zuletzt die hohe Zahl von Anbieterwechseln, die im ersten Quartal ein neues Allzeithoch erreicht haben, meinte E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch am Dienstag.

Im ersten Quartal wechselten 128.147 Strom- und Gaskunden (Haushalte und Firmen) ihren Energielieferanten — davon 99.142 den Stromanbieter (darunter 70.101 Haushalte) und 29.005 den Gaslieferanten (davon 26.526 Haushalte). Die Wechselrate betrug bei Strom 1,6 Prozent und bei Gas 2,2 Prozent. „Das sind die höchsten Wechselzahlen, die jemals in einem ersten Quartal erreicht wurden.", erläutert Urbantschitsch.

Tiroler heuer etwas wechselfreudiger

Mehr als 4700 Tiroler Kundinnen und Kunden suchten sich in den ersten drei Monaten dieses Jahres einen neuen Strom- oder Gaslieferanten. „Die Tiroler haben sich heuer etwas wechselfreudiger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres gezeigt, als sich rund 3.600 Kundinnen und Kunden in Tirol einen neuen Lieferanten gesucht hatten", so Urbantschitsch. Die Wechselrate in Tirol lag demnach im ersten Quartal bei Strom bei 0,9 Prozent bzw. bei etwas mehr als 4150 Kunden, bei Gas bei 1,2 Prozent bzw. 600 Kunden.

Preis ist Hauptgrund für Wechsel

Auch und gerade in Zeiten steigender Energiepreise könne ein Wechsel des Strom- und Gaslieferanten bares Geld bringen, so die E-Control. Derzeit spare sich ein durchschnittlicher Haushalt in Tirol mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden Strom im ersten Jahr knapp 110 Euro inklusive Neukundenrabatt und 35 Euro ohne Neukundenrabatt. Bei Gas betrage die Ersparnis bei einem Durchschnittsverbrauch von 15.000 Kilowattstunden im Jahr rund 270 Euro inklusive Neukundenrabatt und rund 105 Euro ohne Neukundenrabatt.

Der Hauptgrund für den Wechsel des Lieferanten sei nach wie vor der Preis. Das gehe auch aus einer repräsentativen Umfrage unter 1000 Haushalten hervor, die von der E-Control im März diesen Jahres durchgeführt worden ist. 85 Prozent der Befragten hätte als Grund für den Lieferantenwechsel einen günstigeren Preis angegeben. Der Wechsel selbst gehe schnell und unkompliziert und kann bei den meisten Lieferanten mittlerweile bequem online erledigt werden.

Schon nach zwei Jahren wechseln

Früher habe es — inklusive Neukundenrabatte — gereicht, seinen Energielieferanten erst nach drei Jahren zu wechseln, verwies Urbantschitsch auf eine Untersuchung. Diese Zeitspanne habe sich mittlerweile verringert. Derzeit fahre man gerade nach zwei Jahren noch ein Stück besser, dann sollte man vielleicht doch eher weiterwechseln, um nicht auf lange Sicht schlechter zu „fahren". Die Wechselmüdigkeit der heimischen Konsumenten führt der Experte auf „eine gewisse Trägheit" zurück. Auch seien die Strom- und Gaspreise eigentlich nicht zu hoch, gemessen an den gesamten Haushaltskosten, und würden daher nicht so stark wahrgenommen.

Dem Wärmemarkt, für den die Energieregulierungsbehörde nicht zuständig ist, würde mehr Transparenz gut tun, betonte Urbantschitsch mit Verweis auf die dort bestehenden „enormen Preisdifferenzen", wie sie neben sehr undurchsichtigen Bedingungen, im Auftrag der AK erstellte Studien ergeben haben. Immer wieder würden sich diesbezüglich Kunden an die E-Control wenden.

Grund für eine Branchenuntersuchung wegen der angekündigten Strom- und Gasverteuerungen bei der EnergieAllianz, wie dies die Arbeiterkammer (AK) gefordert hat, sieht der E-Control-Vorstandsdirektor derzeit nicht, wie er am Dienstag im Klub der Wirtschaftspublizisten sagte. Seine Behörde beobachte den Markt, dieser müsse sich aber bei Strom - nach der Trennung der früher gemeinsamen Handelszone Österreich-Deutschland per Oktober 2018 - erst neu einpendeln. (TT.com, APA)

Über die E-Control:

Die Energie-Control Austria ist die unabhängige Regulierungsbehörde für den österreichischen Strom- und Gasmarkt. Hauptaufgabe der E-Control ist es, den Wettbewerb zu stärken, Spielregeln für den Markt festzulegen und deren Einhaltung zu überwachen. Die E-Control informiert alle Energiekonsumenten laufend über ihre Rechte, bietet Informationen zum günstigsten Strom- und Gaslieferanten und ist für Konsumenten Anlaufstelle bei Problemen mit Energieunternehmen.

Tarifkalkulator: www.e-control.at