Letztes Update am Fr, 17.05.2019 12:31

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Inflation

Kosten für den täglichen Einkauf im April nur leicht gestiegen

Die Ausgaben für den Mikrowarenkorb erhöhten sich um 0,4 Prozent, nach plus 0,2 Prozent im März. Mieten und Treibstoffe bleiben Preistreiber.

Neben dem Wohnen waren vor allem Treibstoffe ein Preistreiber. (Symbolfoto)

© TT/BöhmNeben dem Wohnen waren vor allem Treibstoffe ein Preistreiber. (Symbolfoto)



Wien – Die Kosten für den täglichen Einkauf sind im April in Österreich erneut nur minimal angestiegen. So erhöhten sich die Ausgaben für den Mikrowarenkorb, der vor allem Nahrungsmittel, aber auch Tageszeitungen und den Kaffee im Kaffeehaus repräsentiert, um 0,4 Prozent. Im März hatte sich die Teuerung laut Daten der Statistik Austria vom Freitag im Jahresabstand auf 0,2 Prozent belaufen.

Damit bleibt der Kostenauftrieb für den täglichen Bedarf weiter niedrig. Zum Vergleich: Im April des Vorjahres 2018 verzeichnete der Mikrowarenkorb noch eine Teuerungsrate von knapp vier Prozent. Höher bleibt die Teuerung dagegen beim wöchentlichen Einkauf. Die Kosten für den Miniwarenkorb legten im April im Jahresabstand um 2,0 Prozent und damit stärker als die Gesamtinflation zu. Im Vergleich zum März (plus 2,2 Prozent) ging die Inflation allerdings etwas zurück. Der Miniwarenkorb bildet zusätzlich zu Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch die Kosten für Treibstoffe ab.

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Wohnen und Sprit als Preistreiber

Treibstoffe gehörten im April im Jahresabstand weiter zu den wichtigsten Preistreibern, vor allem die Kosten für Diesel (plus 5,5 Prozent) und Superbenzin (plus 4,1 Prozent) zogen deutlich an. Insgesamt legten die Kosten für Treibstoffe, welche der Ausgabengruppe Verkehr (plus 1,7 Prozent) zugeordnet werden, um 4,9 Prozent zu.

Auch Wohnungsmieten erhöhten sich im Jahresvergleich erneut um 3,2 Prozent, nach 3,3 Prozent im März 2019. In der gesamten Ausgabengruppe Wohnen, Wasser, Energie stiegen die Preise um 3,0 Prozent, wobei Heizöl um 7,8, Fernwärme um 2,1 und Gas um 1,1 Prozent teurer wurden. Die Strompreise stiegen um 3,9 Prozent.

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Restaurantbesuch wieder teurer

Ebenfalls zugelegt haben die Preise in der Gruppe Restaurants und Hotels (plus 2,8 Prozent) – vor allem aufgrund von teureren Bewirtungs- und Beherbergungsdienstleistungen. Mehr musste außerdem für verschiedene Waren und Dienstleistungen (plus 1,7 Prozent) sowie für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (plus 1,2 Prozent) bezahlt werden.

Auch in der Ausgabengruppe „Freizeit und Kultur“ insgesamt sind die Preise um 1,1 Prozent gestiegen. Verteuert haben sich hier vor allem Freizeit- und Kulturleistungen (plus 3,0 Prozent), während die Preise für Pauschalreisen im Jahresabstand nur noch um moderate 0,9 Prozent zulegten. Im März waren sie noch um 4,3 Prozent gestiegen.

Flugtickets legen stark zu

Nachrichtenübermittlung verzeichnete im Jahresabstand als einzige Ausgabengruppe bei der Teuerung ein Minus von 1,7 Prozent. In der Kategorie gingen die Kosten für Mobiltelefonie um 3,9 Prozent zurück, Mobiltelefone verbilligten sich um 4,2 Prozent. Zudem dämpften billigere Matratzen (minus 16,5 Prozent), Laptops (minus 10,1 Prozent) und nichtärztliche Dienstleistungen wie Psychotherapie (minus 4,5 Prozent) die gesamte Inflationsentwicklung im April.

Während die Teuerung im Jahresabstand bei 1,7 Prozent lag, legte sie im Monatsvergleich lediglich um 0,1 Prozent zu. Im Vergleich zum März 2019 waren laut Angaben der Statistik Austria Pauschalreisen der wichtigste Preisdämpfer, sie wurden um 8,3 Prozent billiger. Ausgaben für Freizeit und Kultur fielen im um 1,7 Prozent. Wichtigster Preistreiber war im Monatsabstand die Gruppe Verkehr (plus 1,6 Prozent), wobei sich vor allem höhere Preise bei Flugtickets (plus 43,5 Prozent) niederschlugen. Der Preisschub sei saisonbedingt gewesen, schreibt die Statistik Austria zur Begründung.

Anstieg in der EU auf 1,9 Prozen

Die jährliche Inflationsrate im Euroraum ist im April auf 1,7 Prozent gestiegen, gegenüber 1,4 Prozent im März. Ein Jahr zuvor hatte sie 1,2 Prozent betragen, teilte Eurostat am Freitag mit. EU-weit lag die Inflationsrate bei 1,9 Prozent im Vergleich zu 1,6 Prozent im März und 1,5 Prozent vor einem Jahr, so die Statistikbehörde.

Gegenüber März 2019 ging die jährliche Inflationsrate in sechs Mitgliedstaaten zurück, blieb in zwei unverändert und stieg in 19 an. Die niedrigsten jährlichen Raten wurden in Kroatien (0,8 Prozent), Dänemark und Portugal (je 0,9 Prozent) gemessen. Die höchsten Werte meldeten Rumänien (4,4 Prozent) und Ungarn (3,9 Prozent). Österreich verzeichnete eine Teuerungsrate von 1,7 Prozent.

Im April kam der höchste Beitrag zur jährlichen Inflation im Euroraum von Dienstleistungen (plus 0,86 Prozentpunkte), gefolgt von Energie (plus 0,51 Prozentpunkte), Lebensmitteln, Alkohol und Tabak (plus 0,29 Prozentpunkte) sowie Industriegütern ohne Energie (plus 0,06 Prozentpunkte). (APA)

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