Letztes Update am Do, 23.05.2019 15:28

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Viehzucht

Schweinepreise ziehen kräftig an,

Mäster profitieren kaum

Das aktuelle Preisniveau entspricht ziemlich exakt jenem aus dem Jahr 2017. Die Schweinepest in China sorgt für einen weiteren Preisanstieg.

Laut Österreichischer Schweinebörse hinkt das Angebot seit Wochen den Vorjahreswerten hinterher.

© iStock/ArselaLaut Österreichischer Schweinebörse hinkt das Angebot seit Wochen den Vorjahreswerten hinterher.



Wien – Die Preise für schlachtreife Schweine haben zuletzt kräftig angezogen und liegen diese Woche um 21 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Aktuell müssen die Fleischer 1,82 Euro pro Kilo an die Schweinemäster zahlen. Laut Österreichischer Schweinebörse hinkt das Angebot seit Wochen den Vorjahreswerten hinterher.

Allerdings würden die Mäster noch nur bedingt vom Preisanstieg profitieren, da internationale Dumpingangebote die Weitergabe der gestiegenen Preise an die nachgelagerte Industrie schwierig machten. Das aktuelle Preisniveau entspricht ziemlich exakt jenem aus dem Jahr 2017. Damals ging es dann noch bis Anfang September mit einem Preis über 1,80 Euro pro Kilo weiter.

Schweinepest treibt weltweit die Preise hoch

Allerdings dürften die Preise weiter steigen. Dafür gibt es zwei Gründe. Einerseits bereitet sich die Afrikanische Schweinepest aus ASF. Der für Schweine tödliche Virus, gegen den es keinen Impfstoff gibt, hat eine Seuche vergangenen August in Nordostchina ausgelöst. 131 seither gemeldete Ausbrüche und unzählige infizierte Zuchthöfe in allen Teilen des Landes wurden isoliert und ihre Schweinebestände gekeult. Bis zu 200 Millionen Tiere sollen seit vergangenem Jahr vorsorglich getötet worden sein.

Ein weiterer Faktor ist der Riesenhunger der Chinesen auf Schweinernes, das – auch abseits der aktuellen Krise – auch immer stärker auch aus Europa importiert wird. Zuletzt starteten auch Verhandlungen zwischen Industrie und Lebensmittelhändlern. „Wir kalkulieren gerade“, erklärte Ende April der Obmann des Verbandes der Fleischwarenindustrie, Karl Schmiedbauer, gegenüber dem Standard. „Statt fünf Euro wird Schnitzelfleisch künftig wohl sieben Euro das Kilo kosten“, meinte der Chef der Schweinebörse Johann Schlederer voriges Monat. (APA, TT.com)