Letztes Update am Fr, 28.06.2019 12:45

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Außenhandel

Österreichisches Handelsbilanz-Minus stieg auf sechs Milliarden Euro

Die Ex-und Importe stiegen erstmals über die 150-Milliarden-Euro-Marke. Keine Auswirkungen hat die Brexit-Unsicherheit auf die Exporte nach Großbritannien. Die Ausfuhren nach Frankreich und Russland sanken.

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Wien, London – Die österreichische Wirtschaft hat 2018 mehr importiert als exportiert. Das Handelsbilanzdefizit betrug im vergangen Jahr insgesamt 5,99 Milliarden Euro, nach 5,6 Milliarden Euro im Jahr davor. Sowohl die Importe und als auch die Exporte überschritten erstmals die 150-Milliarden-Euro-Marke, wie die Statistik Austria am Freitag mitteilte. Die Wareneinfuhren stiegen 2018 den endgültigen Ergebnissen zufolge im Vergleich zum Jahr davor nominell um 5,8 Prozent auf rund 156,1 Milliarden Euro, die Ausfuhren von Waren erhöhten sich um 5,7 Prozent auf rund 150,1 Milliarden Euro.

Die heimischen Exporte und die Importe haben sich in den vergangenen Jahren dynamisch nach oben entwickelt. Die 100-Milliarden-Euro-Marke bei den Warenausfuhren bzw. Einfuhren wurde erstmals im Jahr 2006 überschritten. Seit 2011 lagen die Importe bei rund 130 Milliarden Euro und darüber, die Exporte knackten die Marke erstmals im Jahr 2015.

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Handel mit Drittstaaten intensiviert

Aus anderen EU-Staaten importierte Österreich im abgelaufenen Jahr Waren im Wert von 110,3 Milliarden Euro (+5,5 Prozent), die Exporte stiegen um 5,9 Prozent und auf 104,9 Milliarden Euro. Rund 70 Prozent des österreichischen Außenhandels finden mit EU-Mitgliedstaaten statt.

Die Importe aus Drittstaaten stiegen um 6,4 Prozent auf 45,7 Milliarden Euro und die Exporte dorthin erhöhten sich um 5,3 Prozent auf 45,1 Milliarden Euro. Der Handel mit Drittstaaten hat sich in den vergangenen zehn Jahren intensiviert. Wurde 2008 noch jeweils rund ein Viertel der österreichischen Importe bzw. Exporte mit Drittstaaten abgewickelt, kamen 2018 bereits 29 Prozent der Importe aus bzw. gingen schon knapp 30 Prozent der Exporte in Drittstaaten, wie die Statistik Austria vorrechnete.

Exporte nach Großbritannien gestiegen

Das mit Abstand wichtigste Exportland für die heimische Wirtschaft ist Deutschland. Die Warenausfuhren in das Nachbarland stiegen 2018 um 5,5 Prozent auf 45,2 Milliarden Euro. Auf Platz zwei lagen die USA mit einem Exportvolumen von 10,6 Milliarden Euro (plus 9,7 Prozent), gefolgt von Italien mit 9,8 Milliarden Euro (plus 7,2 Prozent). Weitere wichtige Exportländer für Österreich sind die Schweiz, Frankreich, Tschechien, Ungarn, Polen und Großbritannien sowie China.

Trotz den Unsicherheiten rund um den Brexit sind die österreichischen Exporte in das Vereinigte Königreich um 7,5 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro gestiegen. Einen Rückgang der Exporte gab es hingegen nach Frankreich (minus 8,5 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro) und Russland (minus 3,7 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro).

Die wichtigsten Produkte im heimischen Außenhandel sind Maschinen und Fahrzeuge. Mehr als 85 Prozent der österreichischen Ausfuhren entfielen 2018 auf folgend vier Produktgruppen: Maschinen und Fahrzeuge (+6,2 Prozent auf 60,2 Milliarden Euro), bearbeitete Waren (plus 6,5 Prozent auf 32,9 Milliarden Euro), chemische Erzeugnisse (plus 0,3 Prozent auf 19,9 Milliarden Euro) und sonstige Fertigwaren (plus 7,2 Prozent auf 17 Milliarden Euro). (APA)