Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 09.07.2019


Exklusiv

Konjunktur- und Konsumklima in Österreich: Stimmungshoch mit Wolken

Trotz der zuletzt abgeschwächten Welt-Konjunktur bleibt die Wirtschafts- und Konsumentenstimmung in Österreich das achte Quartal in Folge im positiven Bereich. Die Umfragewerte trüben sich aber leicht ein.

Die Konsumlust in Österreich bleibt weiterhin gut, auch die Erwartungen für die weitere Wirtschaftsentwicklung bleiben im eher positiven Bereich.

© APADie Konsumlust in Österreich bleibt weiterhin gut, auch die Erwartungen für die weitere Wirtschaftsentwicklung bleiben im eher positiven Bereich.



Von Alois Vahrner

Linz, Innsbruck – Bereits seit dem Jahr 1992, also seit 27 Jahren, erhebt die Linzer Spectra Marktforschung mit dem Wirtschaftsbarometer das aktuelle Konjunktur- und Konsumklima in Österreich. Dieses kühlt sich zwar zunehmend weiter ab, ist aber immer im grünen Bereich: Derzeit erwarten 26 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher (Spectra befragte für die OÖN, die TT und die anderen Bundesländer-Tageszeitungen bundesweit repräsentativ mehr als 2000 Personen), dass es mit der Konjunktur noch weiter nach oben gehen wird.

Mitte 2015 gab es im Vergleich dazu erst acht Prozent Optimisten, Ende 2016 auch erst 13 Prozent, vor einem Jahr allerdings mit 36 Prozent noch deutlich mehr als jetzt. Gleichzeitig liegt der Anteil der Pessimisten bei nur 16 nach zuletzt 14 Prozent, Mitte 2015 waren es noch 45 Prozent gewesen, Ende 2016 noch 32 Prozent. Ein gleichbleibendes Konjunkturklima erwarten zurzeit 52 Prozent (sechs Prozent legten sich nicht fest).

Die eigene Stimmungslage im Sinne eines Wetterberichts beurteilen 17 Prozent als einen strahlend blauen Himmel, weitere 48 Prozent mit sonnig und 27 Prozent mit leicht bewölkt. Stark bewölkt bzw. regnerisch ist die Stimmung bei nur sieben Prozent. Den kommenden zwölf Monaten blicken gleich 68 Prozent mit Zuversicht und 23 Prozent mit Sorge entgegen.

- spectra/TT

Deutlich weniger als vor dem Konjunkturboom, aber noch immer 38 Prozent, betonen, sie würden sparsamer mit ihrem Geld umgehen. 25 Prozent wollen und werden bei ihren Ausgaben nicht sparen, 34 Prozent wollen sich teilweise einschränken bzw. mehr oder gleich viel ausgeben. Mit ihrem Einkommen mehr leisten als vor einem Jahr können sich laut Umfrage zehn Prozent, 59 Prozent gleich viel und mit 26 Prozent immerhin ein gutes Viertel weniger.

Mit Blick auf den Arbeitsmarkt rechnen je 22 Prozent heuer mit steigenden bzw. sinkenden Arbeitslosenzahlen. 49 Prozent gehen von einer stabilen Situation aus. In Tirol, das diesbezüglich die beste Entwicklung aller Bundesländer hatte, sinken die Arbeitslosenzahlen seit mittlerweile nahezu drei Jahren.

Der Staat solle mehr sparen, sagen 22 Prozent der Befragten. Er solle mehr als bisher investieren bzw. Geld ausgeben, finden hingegen 20 Prozent. Für die Mehrheit von 54 Prozent muss der Staat den Spagat, gleichzeitig zu sparen und auch mehr zu investieren, hinbekommen. Immerhin insgesamt 69 Prozent der Befragten sehen Österreich als ein Land mit sehr hohem bzw. hohem Wohlstand, 28 Prozent orten mittleren Wohlstand. Wenig Wohlstand sehen nur zwei Prozent der Befragten.

Spectra-Chef Peter Bruckmüller betont zu den Ergebnissen der Umfrage: „Diese Phase einer äußerst positiven Sicht der Wirtschaftsentwicklung ist prolongiert. Wir haben mittlerweile das achte Quartal mit dieser erfreulichen Grundstimmung hinter uns.“ Eine „beeindruckende Konstante“ sei das private Konsumklima, das den Konjunkturmotor am Laufen halte. Der Ausblick für die nächsten zwölf Monate sei bei den Österreichern von großer Zuversicht geprägt.