Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 19.07.2019


Geldanlage

Vom Immo-Boom, Minizinsen und Sparstrümpfen

Immobilien gelten weiterhin als beliebteste Geldanlageform.

© BilderBoxImmobilien gelten weiterhin als beliebteste Geldanlageform.



Die Österreicherinnen und Österreicher sehen ein Investment in Eigentumswohnungen, Häuser und Grundstücke nach wie vor als interessanteste und attraktivste Geldanlageform, der vorher ungebremste Höhenflug der Immobilien scheint aber gebremst. Das geht aus dem neuen Stimmungsbarometer von GfK Austria hervor. Bei dieser Repräsentumfrage werden bundesweit quartalsweise 2000 Personen über ihre Einschätzung befragt.

Seit 2016 führen Immobilien (bis dahin führte der Bausparvertrag) die Hitliste der beliebtesten Veranlagungen an. In Führung liegen weiterhin Häuser und Eigentumswohnungen, der Anteil der Nennungen ging heuer aber doch von 40 auf 35 Prozent zurück, jener von Grundstücken von 38 auf 34 Prozent. Ursula Swoboda, Commercial Director der GfK Austria, hält dies wegen der weiter zu erwartenden Tiefstzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) aber nur für ein kleines Zwischentief und nicht den Beginn eines weiteren Abrutschens in der Anlegergunst.

Parallel mit dem Siegeszug der Immobilien hatten klassische Sparprodukte wie der Bausparvertrag bzw. das Sparbuch an Attraktivität verloren, der Bausparvertrag etwa von 43 auf 31 Prozent im Jahr 2017. Der Sinkflug scheint jetzt aber beendet, die Bausparverträge liegen nunmehr bei 33 Prozent. Die Sparbücher rutschen auch nicht noch weiter ab, liegen aber bei vergleichsweise tiefen 22 Prozent — und damit auf einem ähnlichen Niveau wie eine Anlage in Gold oder Investmentfonds.

In Zeiten von Fast-Nullzinsen avancierte auch das Sparen zu Hause — also im Sparstrumpf — als immer beliebtere Spar- und Anlageform. Aber auch hier kam es heuer zu einer Stagnation: 21 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher bewerten das Sparen zu Hause als attraktiv. „Auch hier bleibt es spannend, wie sich die Entwicklungen weiter fortsetzen werden, obwohl ein weiterer Anstieg doch überraschend wäre", sagt Swoboda. (TT)

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