Letztes Update am Di, 23.07.2019 11:40

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Konsumentenschutz

Stiftung Warentest: „Finger weg von Bambusbechern“

Die meisten Produkte seien schadstoffbelastet oder von geringem ökologischen Nutzen. Stiftungwarentest beklagt zudem falsche Werbeversprechen.

Anders als die Kenn­zeichnung vieler Produkte verspricht, sind die Bambusbecher nicht recycel­bar.

© Stiftung Warentest/ScreenshotAnders als die Kenn­zeichnung vieler Produkte verspricht, sind die Bambusbecher nicht recycel­bar.



Berlin – Die deutsche Stiftung Warentest rät von Bambusbechern etwa zur Mitnahme von Kaffee ab. Aus mehr als der Hälfte der getesteten Becher gingen sehr hohe Mengen Schadstoffe ins Getränk über, berichtet die Stiftung im aktuellen „test“-Heft. Die übrigen Behälter erweckten fast alle mit falschen Werbeversprechen den Eindruck, der Umwelt einen Dienst zu erweisen. Dem sei aber nicht so.

Die Coffee-to-go-Becher bestehen den Angaben zufolge zwar tatsächlich aus zermahlenen Bambusfasern. Die Tester fanden aber in allen Bechern auch Melaminharz, einen Kunststoff, der sich aus Formaldehyd und Melamin zusammensetzt.

In vier der zwölf untersuchten Becher fanden sich bereits nach der dritten Befüllung mit einem Heißgetränk sehr hohe Gehalte von Melamin in der Flüssigkeit, in drei weiteren nach der siebenten Befüllung. Auch Formaldehyd fanden die Tester in teils hohen Mengen. Die Schadstoffe gelangten auch nach längerer Nutzung noch in die Getränke. Melamin steht im Verdacht, Erkrankungen im Blasen- und Nierensystem zu verursachen. Formaldehyd kann Haut, Atemwege und Augen reizen sowie beim Einatmen Krebs im Nasen-Rachen-Raum verursachen. (APA, AFP)

Mehr zum Thema