Letztes Update am Fr, 09.08.2019 10:49

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Konjunktur

BIP-Wachstum verlangsamt sich, Export wuchs, Import ließ nach

Auf 0,3 Prozent hat sich das Wachstum im zweiten Quartal laut Wifo-Schnellschätzung verringert.Gestützt wird das Wachstum von der Binnennachfrage und vor allem den Konsumausgaben.

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Wien – Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Österreich hat sich im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal auf 0,3 Prozent abgeschwächt, teilte das Wifo am Freitag mit. Das passt zur weltweit derzeit mäßigen Konjunkturentwicklung. Im Vorquartal stieg das BIP noch um 0,4 Prozent, im letzten Quartal 2018 um 0,5 Prozent. Die Konjunktur verlangsamt sich damit seit Anfang 2018 kontinuierlich.

Die positive Entwicklung der Realwirtschaft ist laut der aktuellsten Wifo-Schnellschätzung vor allem der Binnennachfrage zu verdanken, vor allem Konsumausgaben. Sie spiegelt sich auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor in Form eines Anstieges der Beschäftigung und eines Rückganges der Arbeitslosigkeit wieder. Das anhaltende Wirtschaftswachstum begünstigt weiterhin den Beschäftigungsaufbau und den Rückgang der Arbeitslosigkeit. Im Juli war die Zahl der unselbstständig aktiv Beschäftigten nach vorläufigen Schätzungen um 59.000 höher als im Vorjahr (plus 1,6 Prozent), saisonbereinigt stagnierte sie im Vormonatsvergleich hingegen. Die Zahl der offenen Stellen nimmt saisonbereinigt nicht mehr nennenswert zu.

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Stimmung je nach Sektor unterschiedlich

In der Außenwirtschaft ließ die Dynamik zuletzt nach. Auch verlor die Industriekonjunktur an Schwung. Die Vorlaufindikatoren haben sich nach einer längeren Phase der Eintrübung zuletzt stabilisiert. Insgesamt geben sie weiterhin einen optimistischen Ausblick – dieser fällt aber nach Sektoren sehr unterschiedlich aus. Die Industrie ist überwiegend pessimistisch, die Bau- und Dienstleistungsunternehmen sind weiterhin zuversichtlich.

Die Inflationsrate lag im Juni 2019 laut harmonisiertem Verbraucherpreisindex (VPI) mit 1,6 Prozent um 0,1 Prozentpunkt unter dem Vergleichswert des Vormonats. Laut nationaler Definition betrug die Inflationsrate ebenfalls 1,6 Prozent. Damit war der Preisauftrieb in Österreich höher als im Durchschnitt des Euroraumes (1,3 Prozent) und entsprach jenem der EU-28. Die Inflation wird von Preissteigerungen in den Bereichen Wohnung, Wasser, Energie sowie Restaurants und Hotels befeuert.

Warenausfuhren plus 8,2 Prozent

Im Mai sind die Warenausfuhren Österreichs im Jahresabstand um 8,2 Prozent gewachsen und damit spürbar kräftiger als im Monat davor. Das Importtempo bremste sich dagegen ab: Die Einfuhren, die im April noch stärker expandierten als die Exporte, legten nominell binnen Jahresfrist lediglich um 4,1 Prozent zu. Das Handelsbilanzpassivum verringerte sich gegenüber dem Vorjahr auf 0,36 (0,83) Milliarden Euro.

Der Wert der Warenausfuhren kletterte im Detail um 8,2 Prozent auf 13,22 Milliarden Euro, und die Wareneinfuhren wuchsen um 4,1 Prozent auf 13,58 Milliarden Euro, teilte die Statistik Austria am Freitag mit. Von den Exporten gingen 9,22 Milliarden Euro in EU-Staaten und 4,00 Milliarden Euro in Drittstaaten, bei den Importen waren es 9,59 Milliarden Euro und 3,99 Milliarden Euro.

In den ersten fünf Monaten zusammen, von Jänner bis Mai, stiegen die Warenausfuhren um 5,6 Prozent auf 65,42 Milliarden Euro und die Wareneinfuhren um 5,4 Prozent auf 67,56 Milliarden Euro. Das Defizit der Handelsbilanz betrug damit fast unverändert 2,14 (2,15) Milliarden Euro. In andere EU-Staaten exportierte Österreich dabei Waren um 46,08 Milliarden Euro, in Drittstaaten für 19,34 Milliarden Euro. Eingeführt wurde aus EU-Staaten für 47,37 Milliarden Euro, aus Drittstaaten für 20,19 Milliarden Euro. (TT.com, APA)