Letztes Update am Mo, 12.08.2019 15:58

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Markt

Textilbündnis will „Mode ohne Gewissensbisse“

Menschenwürdige Arbeitsbedingungen, Umweltschutz, Vermeidung von gefährlichen Chemikalien und faire Löhne sind Ziele des Textilbündnisses. Mitglieder sind auch H&M oder Adidas

Der "Rana Plaza"-Komplex in Bangladesch stürzte im Jahr 2013 ein. 1138 Menschen kamen dabei ums Leben.

© ReutersDer "Rana Plaza"-Komplex in Bangladesch stürzte im Jahr 2013 ein. 1138 Menschen kamen dabei ums Leben.



Berlin – Das in 2014 in Deutschland gegründete Bündnis für nachhaltige Textilien beginnt Fahrt aufzunehmen. In diesem Jahr planen die 120 Mitglieder mehr als 1000 weitere Maßnahmen um menschenwürdige Arbeitsbedingungen, mehr Umweltschutz, die Vermeidung gesundheitsschädlicher Chemikalien und faire Löhne in der weltweiten Textilproduktion durchzusetzen.

Die Idee des Bündnisses kam von Bundesentwicklungsminster Gerd Müller als Reaktion auf tödliche Unfälle in Textilfabriken in Bangladesch und Pakistan.

Mitglieder sind nicht nur Moderiesen wie Adidas oder H&M sondern auch Verbände, Behörden oder Hilfsorganisationen. Gemeinsam stellen sie 50 Prozent des deutschen Modemarkts dar.

80-prozentige Erfolgsquote

Rund 80 Prozent der 1100 Vorhaben letzten Jahres wurden erreicht. Ein großer Erfolg sei bei der Baumwolle gelungen. 32 Prozent der von den Mitgliedern des Textilbündnisses verarbeiteten Baumwolle stamme aus dem Bio-Anbau oder aus nachhaltiger Produktion.

Verschiedene Ziele

Dieses Jahr haben gut 200 Vorhaben das Ziel 16 gefährliche Chemikalien aus der Produktion zu verbannen.

34 Unternehmen haben sich verpflichtet, ihre Einkaufspraktiken zu verbessern, um einen Schritt Richtung fairer Bezahlung zu tun. Mitglieder des Bündnisses verpflichten sich auch Lieferanten nach Nachhaltigkeitskriterien auszuwählen und Korruption zu bekämpfen.

Kritik

Berndt Hinzmann vom entwicklungspolitischen Inkota-Netzwerk, das dem Bündnis angehört, drängt vor allem auf mehr Kontrolle. Das Textilbündnis müsse nicht nur Maßnahmenpläne liefern, sondern auch belegen, dass die geplanten Maßnahmen tatsächlich zu besseren Lebensbedingungen für die Beschäftigten führten. (dpa)