Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 20.08.2019


Markt

Tarifdschungel beim E-Tanken verärgert die AK

Das Auftanken von E-Autos ist zwar billiger als der Kauf von Benzin und Diesel. Laut Arbeiterkammer sei der Preisvergleich zu intransparent.

Für das E-Auto-Laden schlägt die Arbeiterkammer ein transparentes Preismonitoring wie bei Benzin oder Diesel vor.

© APA/dpa/MuratFür das E-Auto-Laden schlägt die Arbeiterkammer ein transparentes Preismonitoring wie bei Benzin oder Diesel vor.



Wien – Die Tarife für das Auftanken von Elektroautos sind zu undurchsichtig, kritisiert die Arbeiterkammer (AK). Die Arbeitnehmervertretung fordert deshalb von der Politik die Einrichtung eines E-Auto-Preismonitorings, vergleichbar dem Spritpreismonitor. Angesiedelt werden sollte diese Vergleichsmöglichkeit bei der Energieregulierungsbehörde E-Control, die schon das Register über die öffentlich zugänglichen Ladepunkte – das sind derzeit rund 4200 in Österreich, Tendenz steigend – führt.

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Die Kosten für das E-Tanken von Autos seien deutlich günstiger als Fahrten mit Benzin oder Diesel, dennoch sei Stromtanken seit 2018 etwas teurer geworden – und zudem hätten sich die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Lade-Tarifen vergrößert, erklärte die AK in einer Aussendung. 2018 seien die Kosten für 100 Kilometer mit dem E-Auto bei einem Vertragstarif von 4,88 Euro gelegen, nun bei 4,995 Euro. Das teuerste E-Auftanken koste mehr als das 2,5-Fache im Vergleich zum billigsten: Der teuerste Vertragstarif kommt laut AK-Vergleich auf 8,51 Euro pro 100 Kilometer Fahrleistung, der billigste auf 2,97 Euro.

„Prinzipiell ist eine Vergleichbarkeit der Preise beim E-Tanken für die einzelnen Konsumenten nahezu unmöglich“, meint AK-Energieexperte Michael Soder. Die Preis- und Abrechnungsmodelle würden mehr den Modellen aus dem Mobilfunkbereich als jenen von Diesel- und Benzin-Tankstellen gleichen. So gebe es Grundgebühren, Freimengen, freie Ansteckdauern und E-Roaming.

Die Tarif-Arten (Vertrags­tarife, Pauschaltarife und Direct-Payment-Tarife) und die Verrechnungseinheiten (von minutengenauer Abrechnung bis zu 30-Minuten-Blöcken) seien höchst unterschiedlich. Ebenso seien die Preisspannen der Tarifmodelle zwischen den einzelnen Anbietern so groß, dass sich nicht einfach feststellen lasse, welcher Tarif davon am günstigsten sei. „Daher kann auch keine eindeutige Empfehlung für ein spezielles Tarifmodell oder einen speziellen Tarif abgegeben werden“, so die AK.

Auch der ÖAMTC hatte Probleme beim E-Tanken beklagt. Besonders problematisch sei, dass die Tarife an vielen E-Ladestationen zeitabhängig sind: Man zahle, solange das Auto angesteckt ist – und nicht die tatsächlich getankte Strommenge. (APA, TT)