Letztes Update am Do, 05.09.2019 09:21

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Konjunktur

Deutsche Industrie mit unerwartet großem Auftragsschwund

Die deutsche Industrie steckt derzeit in der Rezession und zieht die gesamte Wirtschaft mit nach unten. Besserung in vorläufig nicht in Sicht.

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© Thomas BöhmSymbolbild.



Berlin – Die deutsche Industrie hat zu Beginn des zweiten Halbjahres wegen der sinkenden Nachfrage aus Übersee einen unerwartet starken Auftragsrückgang erlitten. Das Neugeschäft schrumpfte im Juli um 2,7 Prozent zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang um 1,5 Prozent gerechnet.

Im Juni hatte es zwar einen Anstieg um 2,7 Prozent gegeben, allerdings nur aufgrund ungewöhnlich vieler Großaufträge. Diese fielen diesmal unterdurchschnittlich aus.

Keine Besserung in den nächsten Monaten

Während die Bestellungen aus dem Inland um 0,5 Prozent abnahmen, stiegen die aus der Eurozone um 0,3 Prozent. Dagegen sank die Nachfrage aus dem Rest der Welt - mitsamt den weltgrößten Volkswirtschaften USA und China - um 6,7 Prozent. „Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe starteten insgesamt schwach ins dritte Quartal“, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium dazu. „Angesichts der weiter schwelenden internationalen Handelskonflikte und der zurückhaltenden Geschäftserwartungen im Verarbeitenden Gewerbe zeichnet sich für die kommenden Monate noch keine grundlegende Besserung der Industriekonjunktur ab.“

Die deutsche Industrie steckt derzeit in der Rezession und zieht die gesamte Wirtschaft mit nach unten. Ihr machen vor allem die globalen Handelskonflikte, der nahende EU-Abschied Großbritanniens und die schwächelnde Autoindustrie zu schaffen. (APA, Reuters)