Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 10.09.2019


Bezirk Landeck

Tourismus steuert 16 Prozent zu den Einkommen im Bezirk Landeck bei

Summe der Bruttolöhne liegt im Bezirk bei 680 Mio. Euro. Laut AK-Studie für das Jahr 2017 fällt die touristische Wertschöpfung bescheiden aus.

Beim Finanzamt haben die unselbstständig Beschäftigten aus dem Bezirk Landeck in Summe 80 Mio. Euro an Lohnsteuer (2017) abgeliefert. 11 Prozent davon steuerten Tourismus-Mitarbeiter bei.

© WenzelBeim Finanzamt haben die unselbstständig Beschäftigten aus dem Bezirk Landeck in Summe 80 Mio. Euro an Lohnsteuer (2017) abgeliefert. 11 Prozent davon steuerten Tourismus-Mitarbeiter bei.



Von Helmut Wenzel

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Landeck – Einmal mehr zeigt die AK Tirol strukturelle Nachteile im „tirolweit einkommensschwächsten Bezirk“ auf. Ausgewertet wurden in der Studie „Wer trägt wie viel bei“ Löhne und Gehälter des Jahres 2017 aller unselbstständig Beschäftigten mit Wohnsitz im Bezirk Landeck.

Zu den Größenordnungen: Die Bruttolöhne aller Tiroler Beschäftigten summieren sich auf 11,71 Mrd. Euro. Der Anteil aus dem Bezirk Land-eck macht 680 Mio. Euro oder rund sechs Prozent aus. Von ihrem Bruttoverdienst liefern die Landecker 112 Mio. Euro an Sozialversicherungsbeiträgen sowie 80 Mio. Euro an Lohnsteuer ab.

Gastronomie und Beherbergungsgewerbe haben ihren Mitarbeitern 105,5 Mio. Euro an Löhnen und Gehältern überwiesen. Das sind 16 Prozent der Bruttoverdienste im Bezirk. Mit elf Prozent Lohnsteueraufkommen ist der Anteil an der Gesamtsumme von 80 Mio. Euro noch niedriger. Wobei saisonal mehr als ein Drittel aller Beschäftigten im Tourismus arbeiten.

Die Ursache zur bescheidenen touristischen Wertschöpfung bei den Löhnen ist rasch gefunden: „Landeck war 2017 der Tiroler Bezirk mit dem niedrigsten Anteil an ganzjähriger Vollzeitarbeit“, heißt es in der AK-Studie. „Nur 37,6 Prozent aller Beschäftigten arbeiteten das ganz Jahr hindurch im Rahmen einer Vollzeitstelle.“ Der Hauptgrund liege, so die Studienautoren, „in der sehr starken Position der Tourismuswirtschaft im Bezirk Landeck“. Dort müssten die Mitarbeiter saisonale Unterbrechungen ihrer Jobs in Kauf nehmen.

Andererseits fließen fast zwei Drittel (63,5 Prozent) der Bruttoeinkommen auf die Konten der ganzjährig Vollzeitbeschäftigten, „obwohl diese am Arbeitsmarkt klar in der Minderheit sind“: Diese Gruppe leiste auch 63 Prozent der Sozialversicherungsbeiträge. Zudem kassiert das Finanzamt mehr als drei Viertel (76 Prozent) der bezirksweiten Lohnsteuersumme von 80 Mio. Euro.

Von der Bruttolohnsumme (680 Mio. Euro) im Bezirk entfallen 451 Mio. Euro – mehr als zwei Drittel – an die männlichen Beschäftigten. Womit die Frauen rund 229 Mio. Euro bzw. weniger als ein Drittel bekamen.

In der Erklärung der AK-Studie heißt es dazu: „Neben der unterschiedlichen Verteilung von Frauen und Männern über die Sektoren der lokalen Wirtschaft war es die in Landeck sehr verbreitete weibliche Teilzeitarbeit, welche für diesen Unterschied verantwortlich ist.“